Verdi-Demo: Verletzte schildern Schockmoment nach Auto-Angriff vor Gericht
Verdi-Demo: Verletzte schildern Schockmoment vor Gericht

Verdi-Demo: Verletzte schildern Schockmoment nach Auto-Angriff vor Gericht

Ein Jahr ist vergangen, seit ein Mini-Cooper in das Ende eines Verdi-Demonstrationszuges in München raste. Nun äußern sich erstmals verletzte Teilnehmer vor dem Oberlandesgericht und schildern die traumatischen Ereignisse des 13. Februars 2025.

„Er war weg“: Der schockierende Moment der Gewalt

Martin H., ein Elektroingenieur, erinnert sich an den schicksalhaften Tag, als er neben seinem Arbeitskollegen auf dem Asphalt kniete und glaubte, dieser sei tot. „Er war leichenblass. Ich hätte den Unterschied zwischen ihm und einem nicht mehr Lebenden nicht erkennen können“, berichtet er emotional. Nur Sekunden zuvor waren die beiden Männer noch in ein Gespräch vertieft, als plötzlich die Worte verstummten. „Er hat den Satz angefangen und nicht zu Ende gesprochen. Er war weg.“ Sein Kollege Christian M. war von dem Auto erfasst worden.

Die Folgen des Angriffs: Zwei Tote und zahlreiche Verletzte

Bei dem tragischen Vorstand kamen eine Mutter und ihre zweijährige Tochter ums Leben. Insgesamt wurden 44 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Dem Fahrer des Wagens, Farhad N. (25), wird vorgeworfen, absichtlich in die Menschenmenge gefahren zu sein. Seit Mitte Januar hört das Gericht Zeugen, darunter Polizeibeamte, Demonstrationsteilnehmer und Sachverständige, um sich ein genaues Bild vom Tattag zu machen.

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Zeugenaussagen: Trauma und Erinnerungslücken

Am Donnerstag kamen erstmals verletzte Teilnehmer zu Wort. Martin H. erlitt Schnittverletzungen an einer Hand, während sein Kollege Christian M. schwerer getroffen wurde. Nachdem Martin H. realisiert hatte, was geschehen war, fand er Christian M. bewusstlos auf dem Asphalt liegen. „Ich habe gedacht, dass er das nicht überlebt“, erinnert er sich. Während er auf Rettungskräfte wartete, drehte er dem Auto bewusst den Rücken zu. „Ich hatte Angst vor diesen Bildern“, erklärt er.

Christian M. hingegen hat Erinnerungslücken. „Mir fehlt das, was alle andere um mich herum gesehen haben“, sagt er im Zeugenstand. Er wisse nur, dass er sich unterhalten habe, bevor es schwarz wurde. Sein Bein war mehrfach gebrochen, was zu Operationen und monatelanger Physiotherapie führte. Trotzdem wirkt er im Gerichtssaal gefasst: „Ich bin ins Leben zurückgekehrt.“

Das Gerichtsverfahren: Ein langer Weg zur Aufklärung

Die Verhandlungen vor dem Oberlandesgericht werden voraussichtlich bis in den Sommer andauern. Der Angeklagte Farhad N. und sein Anwalt Ömer Sahinci stehen im Fokus der Ermittlungen. Die Zeugenaussagen sollen dazu beitragen, die genauen Umstände der Tat aufzuklären und Gerechtigkeit für die Opfer zu schaffen.

Die Ereignisse haben nicht nur physische, sondern auch tiefe psychische Narben hinterlassen. Viele Betroffene kämpfen noch immer mit den Folgen des Traumas. Die Aussagen vor Gericht markieren einen wichtigen Schritt in der Aufarbeitung dieses schrecklichen Vorfalls.

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