Chaotische Verfolgungsfahrt durch Berliner Bezirke endet mit mehreren Verletzten
Am Mittwochmittag eskalierte eine zunächst routinemäßige Verkehrskontrolle in Berlin zu einer folgenschweren Verfolgungsjagd, die durch die Bezirke Neukölln und Tempelhof führte und mit drei verletzten Personen sowie einer Festnahme endete. Die Polizei ermittelt nun wegen zahlreicher schwerwiegender Verkehrsdelikte gegen den flüchtigen Fahrer.
Flucht beginnt nach Kontrollversuch in der Hermannstraße
Gegen 12.50 Uhr bemerkten Polizeibeamte in der Rollbergstraße eine Verkehrsordnungswidrigkeit und versuchten, den verdächtigen Wagen in der nahegelegenen Hermannstraße zu überprüfen. Statt anzuhalten, beschleunigte der Fahrer jedoch abrupt und setzte sich unvermittelt von der Kontrollstelle ab, was den Beginn einer riskanten Flucht markierte.
Während der anschließenden Verfolgungsfahrt über mehrere Straßen, darunter die Werbellinstraße, Am Sudhaus und die Mainzer Straße, beging der Mann laut Polizeiangaben weitere erhebliche Verkehrsverstöße und gefährdete dabei wiederholt andere Verkehrsteilnehmer. Zwischenzeitlich verloren die Einsatzkräfte den Flüchtigen aus den Augen, konnten den Audi jedoch später am Tempelhofer Damm wiederentdecken, wo er im Stau in Richtung Autobahn 100 stand.
Gefährliche Manöver führen zu schwerem Unfall unter Autobahnbrücke
Als sich ein Streifenwagen näherte, reagierte der Fahrer mit einem besonders riskanten Manöver: Er fuhr über eine Mittelinsel direkt in den Gegenverkehr, wodurch mehrere Fahrzeuge gezwungen waren, auszuweichen. Unter der Autobahnbrücke am Tempelhofer Damm kam es schließlich zur Kollision mit drei anderen Fahrzeugen – einem Opel, einem Volkswagen und einem Mercedes.
Nach dem Zusammenstoß verließ der Mann seinen Audi und versuchte, zu Fuß in Richtung Alt-Tempelhof zu fliehen. Polizeibeamte konnten ihn jedoch gegen 13.45 Uhr an der Ringbahnstraße stellen und festnehmen. Bei den Ermittlungen am Unfallort stellte sich heraus, dass der 23-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis besaß und die an seinem Fahrzeug angebrachten Kennzeichen gestohlen waren.
Drei Personen erleiden Verletzungen – umfangreiche Verkehrsbehinderungen
Bei dem Unfall wurden drei Personen verletzt: Eine 30-jährige Opel-Fahrerin und ein 70-jähriger Mercedes-Fahrer erlitten Armverletzungen und wurden ambulant medizinisch versorgt. Eine 35-jährige Volkswagen-Fahrerin zog sich eine Bauchverletzung zu, die eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus erforderlich machte. Der Audi-Fahrer selbst blieb unverletzt.
Die Folgen des Vorfalls waren auch im Verkehrsnetz spürbar: Der Tempelhofer Damm musste in beide Richtungen zwischen den Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle bis etwa 17.40 Uhr vollständig gesperrt werden. Davon betroffen waren auch die Buslinien 140 und 184 der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Der beschlagnahmte Audi wurde zur Beweissicherung sichergestellt.
Umfangreiche Ermittlungen gegen den Festgenommenen
Gegen den 23-Jährigen wird nun wegen des Verdachts auf ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen, Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung ermittelt. Nach seiner Festnahme wurde er erkennungsdienstlich behandelt, ihm wurde Blut zur Untersuchung entnommen, und anschließend kam er vorläufig wieder auf freien Fuß.
Die Berliner Polizei betont die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe und weist darauf hin, dass solche Fluchten nicht nur die flüchtigen Personen selbst, sondern auch unbeteiligte Verkehrsteilnehmer erheblich gefährden. Der Vorfall unterstreicht die Risiken, die mit der Verweigerung von Polizeikontrollen verbunden sind.



