Ein vergessener Rucksack, zwei Fahrten mit einem Fremden und ein Happy End: Ein älteres Ehepaar aus Köthen erlebte eine bewegende Geschichte von Zivilcourage. Anneliese und Bernd Strauß vergaßen an einer Bushaltestelle ihr Gepäck mit Bargeld, Medikamenten und einem lebenswichtigen Beatmungsgerät. Der Schreck war groß, doch ein Fremder kam ihnen zu Hilfe. Nun erzählen die Senioren ihre Geschichte.
Der Schock am Bus
Noch Wochen später ist Anneliese Strauß anzumerken, wie nahe ihr die Geschichte geht. „Da war ja alles drin, was wichtig ist“, betont die 84-Jährige aus Köthen. Gemeint sind ein Rucksack und eine Umhängetasche. Darin befanden sich Bargeld, Dokumente, Zugtickets, aber auch Medikamente, Hörgeräte und ein Beatmungsgerät, das die Rentnerin nachts benötigt. Diese beiden Taschen waren Anneliese Strauß und ihrem Mann Bernd abhandengekommen – und das ausgerechnet an dem Tag, an dem sie verreisen wollten.
Die verzweifelte Suche
Als die beiden Senioren den Verlust bemerkten, war die Verzweiflung groß. Ohne das Beatmungsgerät konnte Anneliese Strauß nicht reisen. Sie wendeten sich an die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) und berichteten von ihrem Schicksal. „Wir wussten nicht, was wir tun sollten“, erinnert sich Bernd Strauß. Die Polizei wurde eingeschaltet, doch zunächst blieb jede Spur vergeblich.
Der unerwartete Retter
Doch dann geschah das Unglaubliche: Ein Fremder hatte die Taschen gefunden und machte sich auf die Suche nach den Eigentümern. Er fuhr zweimal mit dem Bus, um die Senioren ausfindig zu machen. Schließlich gelang es ihm, die Taschen persönlich zurückzugeben. „Er war ein Engel“, sagt Anneliese Strauß gerührt. Der Fremde wollte seinen Namen nicht nennen und lehnte jede Belohnung ab.
Happy End für die Reise
Dank des selbstlosen Helfers konnten die Strauß‘ ihre Reise antreten. „Wir sind so dankbar“, betont das Ehepaar. Die Geschichte zeigt, dass es noch Menschen gibt, die füreinander da sind. In einer Zeit, in der oft von Gleichgültigkeit die Rede ist, setzt dieser Vorfall ein Zeichen der Hoffnung. Die Senioren hoffen, dass der Unbekannte sich meldet, um ihm persönlich danken zu können.
Ein Appell an die Gesellschaft
Anneliese Strauß wünscht sich, dass mehr Menschen so handeln wie der Fremde. „Zivilcourage ist wichtig“, sagt sie. Die Geschichte aus Köthen ist ein Beispiel dafür, wie kleine Gesten Großes bewirken können. Die MZ wird weiter über den Vorfall berichten und hofft, den Helfer ausfindig zu machen.



