Vergrabene Leiche in Ostfriesland entdeckt: Familie unter Mordverdacht nach monatelanger Suche
Vergrabene Leiche in Ostfriesland: Familie unter Mordverdacht

Vergrabene Leiche in Ostfriesland entdeckt: Familie unter Mordverdacht

Nach einer intensiven, tagelangen Suche hat die Polizei in der ostfriesischen Gemeinde Holtgast eine vergrabene Leiche entdeckt. Die Ermittler stießen auf das Grab auf einem Grundstück in der ländlich an der Nordseeküste gelegenen Ortschaft, in der etwa 1.800 Menschen leben. Bei dem Toten handelt es sich um einen 59-jährigen Mann aus dem Sauerland, der bereits seit Anfang Februar 2024 vermisst wurde.

Massive Gewalteinwirkung als Todesursache

Eine Obduktion durch Rechtsmediziner in Oldenburg ergab, dass der Mann durch massive Gewalteinwirkung zu Tode kam. Staatsanwaltschaft und Polizei in Aurich gaben diese schockierende Erkenntnis bekannt. Der Leichnam war so tief vergraben, dass die Bergung bis in die Nacht dauerte und das Technische Hilfswerk (THW) die Fundstelle ausleuchten musste.

Drei Familienmitglieder festgenommen

Unter Tatverdacht stehen drei Mitglieder einer Familie, denen die durchsuchten Grundstücke gehören. Die Polizei nahm eine 60-jährige Mutter und ihre beiden Söhne im Alter von 30 und 34 Jahren fest. Ein Haftrichter erließ bereits Haftbefehl gegen den 30-Jährigen wegen Mordverdachts, der nun in Untersuchungshaft sitzt. Die Mutter und der 34-jährige Sohn wurden vorläufig wieder freigelassen. Über ein mögliches Motiv schweigen die Ermittler bisher.

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Monatelange Vermisstensuche mit internationaler Dimension

Die Tochter und Ehefrau des Opfers hatten den 59-Jährigen Anfang Februar 2024 als vermisst gemeldet, wobei Vermisstenanzeigen in Lüdenscheid, Chemnitz und sogar Minsk in Belarus eingingen. Ursprünglich ermittelte die Polizei in Nordrhein-Westfalen, doch da der letzte bekannte Aufenthaltsort im Landkreis Wittmund lag, übernahm die ostfriesische Polizei den Fall.

Ermittlungen ergaben, dass der Mann Ende Januar 2024 eine komplexe Reiseroute von Minsk über Vilnius, Warschau, Hamburg nach Ostfriesland zu der Familie in Holtgast unternommen hatte. Er plante, über dieselbe Route nach Belarus zurückzukehren, doch dort kam er nie an. Bundespolizei und belarussische Behörden bestätigten, dass er die Rückreise nie angetreten hatte.

Gelderveruntreuung als möglicher Hintergrund

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sich Opfer und Verdächtige aus einer gemeinsamen Vergangenheit im Sauerland kannten. Der 59-Jährige hatte die Familie in familiären Angelegenheiten unterstützt und war sogar der gesetzliche Betreuer des 34-jährigen Sohnes. Während dieser Betreuung soll der Vermisste jedoch Gelder veruntreut haben, weshalb gegen ihn ermittelt und ein Festnahmebefehl erlassen wurde.

Aufwendige Ermittlungen mit internationaler Hilfe

Im September richtete die Polizei in Aurich/Wittmund eine Mordkommission ein. Als sich der Verdacht gegen die Familie verdichtete, begann am vergangenen Dienstag eine großangelegte, tagelange Suche über die Ostertage auf vier Grundstücken der Familie. Die Durchsuchungen waren extrem aufwendig: Neben niederländischen Spezialisten für Bodenuntersuchungen kamen Leichenspürhunde, eine technische Einheit der Bereitschaftspolizei und das THW zum Einsatz.

Am Mittwoch entdeckten die niederländischen Experten Auffälligkeiten im Erdreich eines Grundstücks im Ortsteil Fulkum. Als Leichenspürhunde anschlagen, gruben die Ermittler den Leichnam aus. Die Spurensicherung und Auswertung beschlagnahmter Gegenstände läuft aktuell weiter.

Verunsicherung in der Gemeinde

Staatsanwaltschaft und Polizei hatten aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Details preisgegeben, was in der kleinen Gemeinde Holtgast zu erheblicher Verunsicherung führte. Eine Urlauberin berichtete von Angst und Unbehagen aufgrund der unklaren Situation und der nächtlichen Polizeipräsenz. Die Angehörigen des Opfers wurden inzwischen informiert, während die Mordkommission ihre Arbeit fortsetzt.

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