Rätselhaftes Verschwinden: Anke Müller-Schmidt (57) aus Starnberg seit Wochen vermisst
Kann ein Mensch tatsächlich von einem Tag auf den anderen spurlos verschwinden? Ohne auch nur die geringste Spur zu hinterlassen? Und das, ohne sein Mobiltelefon mitzunehmen oder das Auto zu benutzen? In der oberbayerischen Kreisstadt Starnberg ist genau dieser beunruhigende Fall eingetreten. Von Anke Müller-Schmidt, 57 Jahre alt, fehlt seit über einem Monat jedes Lebenszeichen. Ihr Verschwinden datiert auf Freitag, den 19. Dezember 2025. Sie kehrte nicht zum Weihnachtsfest zurück und blieb auch über Neujahr verschwunden. Die Lücke, die sie in ihrer Familie hinterlässt, ist kaum vorstellbar.
Letztes Lebenszeichen am Morgen des 19. Dezember
Laut der offiziellen Vermisstenmeldung der Polizei wurde Anke Müller-Schmidt zuletzt am Morgen des 19. Dezember von einem ihrer beiden Söhne in ihrer Wohnung gesehen. Doch am darauffolgenden Tag erschien sie nicht zu ihrer Arbeit. Ohne sich abzumelden. Ohne einen Anruf zu tätigen. Was ist geschehen? Ist der Frau möglicherweise etwas zugestoßen? Warum hat sie ihr Handy zurückgelassen? Die Fragen häufen sich, während Antworten weiterhin ausbleiben.
Besorgnis am Arbeitsplatz: Eine zuverlässige Mitarbeiterin
Auch ihr Arbeitgeber zeigt sich zutiefst besorgt. Christoph Büchele, ihr Vorgesetzter beim BRK-Mehrgenerationen-Campus in Gauting, schildert den Tag, an dem die 57-Jährige überraschend nicht zu ihrer Schicht erschien: "Sie hätte am Samstag Spätdienst gehabt und ist nicht gekommen", erklärt er. In den Tagen zuvor sei sie krank gemeldet gewesen, habe sich jedoch am Freitag gesund gemeldet und ihre Rückkehr zur Arbeit für Samstag angekündigt. Als die Altenpflegerin ausblieb, wurde Büchele noch am Samstagnachmittag informiert. Ein Telefonat mit dem Sohn brachte ans Licht, dass dieser annahm, seine Mutter sei bei der Arbeit. Daraufhin verständigte der Sohn die Polizei.
"Das passt überhaupt nicht zu ihr", betont Büchele. Er beschreibt die Vermisste als "eine bodenständige, solide und in der Vergangenheit stets zuverlässige Mitarbeiterin, die immer pünktlich erschien." Ihr plötzliches Verschwinden stellt ein großes Rätsel dar: "Sie hat ihre wichtigsten Wertgegenstände wie das Handy daheim gelassen und ist zugleich nicht zur Arbeit gekommen – das ist natürlich sehr merkwürdig und auffällig. Das entspricht nicht ihrer Art."
Die quälende Ungewissheit im Alltag
Die Stimmung an ihrem Arbeitsplatz sei "gedämpfter als üblich". Alle Kollegen dächten an sie, hielten die Augen offen und hofften auf gute Nachrichten. Mit am belastendsten sei die "quälende Ungewissheit, Tag für Tag". "Bewohner, die sie kennen, fragen täglich nach, ob es Neuigkeiten gibt", so Büchele. Man habe das Vermissten-Plakat im Mehrgenerationen-Campus aufgehängt und spreche aktiv mit den Mitarbeitern über den Umgang mit der unklaren Situation. Die Abwesenheit der Kollegin sei allgegenwärtig: "Ihr Name steht weiterhin auf dem Dienstplan. Und menschlich fehlt sie natürlich sowieso."
Büchele resümiert: "Wir sind ratlos. Man würde gerne etwas unternehmen, aber man kann praktisch nichts tun." Außer immer wieder an den Fall zu erinnern und dazu aufzurufen, aufmerksam zu sein – sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Autofahren oder während eines Spaziergangs.
Polizeiliche Ermittlungen ohne konkrete Hinweise
Ein Monat nach dem Verschwinden der Starnbergerin hat die AZ beim zuständigen Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt nachgefragt. Ein Sprecher teilte am Dienstag mit, dass die Ermittlungen inzwischen von der Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck übernommen wurden. "Nach Auskunft dieser ergaben sich bislang keine neuen Hinweise auf den Verbleib von Frau Müller-Schmidt", hieß es. Derzeit werde "auch nicht ausgeschlossen, dass Frau Müller-Schmidt ihr gewohntes Lebensumfeld freiwillig verlassen hat. Hinweise auf ein mögliches Gewaltverbrechen oder ein Suizidgeschehen ergaben sich bislang nicht".
Die Polizei hatte unter anderem bereits das zurückgelassene Handy der Vermissten ausgewertet – ohne dabei auf eine heiße Spur zu stoßen.
Appell an die Öffentlichkeit: Bitte um Mithilfe
Mittlerweile hat die Polizei ein aktuelleres Foto der Vermissten veröffentlicht und bittet die Bevölkerung dringend um Mithilfe:
- Wer hat Anke Müller-Schmidt seit dem 19. Dezember 2025 gesehen?
- Wer kann Hinweise zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort geben?
- Wer verfügt über sonstige sachdienliche Informationen?
Auskünfte werden unter der Telefonnummer 08151/3640 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegengenommen. Die Ungewissheit über das Schicksal der 57-Jährigen lastet weiter schwer auf ihrer Familie, ihren Kollegen und der Gemeinschaft in Starnberg.



