New York – Wieder kein Urteil gegen Harvey Weinstein (74)! Neues Drama im Prozess gegen den gefallenen Hollywood-Mogul: Die Jury konnte sich im Supreme Court in New York erneut nicht auf eine einstimmige Entscheidung einigen. Richter Curtis Farber erklärte das Verfahren am Freitag für gescheitert. Es ging um den Vorwurf der früheren Schauspielerin Jessica Mann (40). Sie wirft Weinstein vor, sie im März 2013 in einem Hotelzimmer in Manhattan vergewaltigt zu haben. Weinstein bestreitet den Vorwurf. Seine Anwälte argumentieren, die Begegnung sei einvernehmlich gewesen.
Bereits zweites Scheitern in diesem Teil des Falls
Schon im vergangenen Jahr konnten sich die Geschworenen in diesem Teil des Falls nicht einigen. Jetzt wiederholte sich das Jury-Drama. Um 12.50 Uhr kam die Nachricht aus dem Beratungsraum: „Wir können zu keinem einstimmigen Urteil kommen. Niemand wird seine Meinung ändern.“
Jessica Mann (40) ist die Hauptbelastungszeugin im Weinstein-Prozess. Weinsteins Anwalt Marc Agnifilo forderte daraufhin einen Fehlprozess. Weitere Beratungen seien sinnlos. Die Staatsanwaltschaft wollte dagegen, dass die Jury weiter berät. Kurz nach 13 Uhr entschied Richter Farber: „Ich erkläre einen Fehlprozess.“ Ob der Fall jetzt ein viertes Mal neu aufgerollt wird, ist noch unklar.
Der Prozess zieht sich durch die New Yorker Gerichte
2020 wurde Weinstein in New York verurteilt. 2024 hob ein Berufungsgericht das Urteil wegen Verfahrensfehlern auf. 2025 folgte ein neuer Prozess-Anlauf, doch auch damals kamen die Geschworenen in Manns Teil des Falls zu keiner Entscheidung. Der Fall ist schwierig für die Jury, weil es vor allem um die Frage geht, wem sie glaubt. Direkte Zeugen, einen damaligen Polizeibericht, medizinische Unterlagen oder DNA-Beweise gibt es nach Darstellung im Prozess nicht.
Weinstein bleibt trotz des gescheiterten Verfahrens in Haft. Er wurde in anderen Strafverfahren in New York und Kalifornien wegen Sexualverbrechen verurteilt.
Jessica Mann hatte ausgesagt, sie habe mit dem damals verheirateten Weinstein zwar freiwillige sexuelle Kontakte gehabt. An jenem Tag habe er sie aber zu ungewolltem Sex gezwungen, nachdem sie wiederholt Nein gesagt habe.
Harvey Weinstein bleibt in Haft
Weinsteins Verteidigung verwies darauf, dass Mann nach der mutmaßlichen Tat weiter Kontakt zu Weinstein hatte. Sie habe ihm über Jahre liebevolle Nachrichten geschrieben, ihn getroffen und sogar eingeladen, ihre Mutter kennenzulernen. Die Anklage argumentierte dagegen, Mann sei emotional abhängig gewesen und habe sich dem mächtigen Produzenten nicht entziehen können. Weinstein sagte in dem Prozess nicht aus. Er erklärte früher, er habe „falsch gehandelt“, aber niemals jemanden sexuell angegriffen.
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