Münchner Witwe um wertvollen Schmuck betrogen: Gauner nutzen Trauer schamlos aus
In einem besonders perfiden Fall von Betrug haben zwei bislang unbekannte Täter eine über 80-jährige Witwe in München-Feldmoching um Schmuck im Wert von rund 10.000 Euro gebracht. Die Kriminellen nutzten dabei die Trauer der Seniorin auf hinterhältige Weise aus, indem sie sich als Freunde ihres bereits verstorbenen Ehemannes ausgaben.
Der Ablauf des perfiden Betrugs
Am Sonntagnachmittag gegen 14:30 Uhr klingelten die beiden Männer bei der alleinlebenden Seniorin in Feldmoching. Sie behaupteten, Bekannte ihres verstorbenen Mannes zu sein, woraufhin die vertrauensvolle Münchnerin die Fremden in ihre Wohnung ließ. Während einer der Täter die ältere Dame ablenkte, nutzte der Komplize die Gelegenheit, unter dem Vorwand, die Toilette aufsuchen zu müssen, die Wohnung zu durchsuchen.
„Der eine Täter lenkte die Seniorin geschickt ab, während sein Komplize die Wohnung durchsuchte“, bestätigte eine Polizeisprecherin den genauen Ablauf der Tat. Nachdem beide Männer die Wohnung wieder verlassen hatten, bemerkte die Witwe wenig später den Diebstahl ihres wertvollen Schmucks und verständigte umgehend den Polizeinotruf.
Erfolglose Fahndung und Zeugenaufruf
Eine sofort eingeleitete Fahndung durch die Polizei verlief leider erfolglos. Das Kommissariat 55 hat die weiteren Ermittlungen übernommen und sucht nun dringend nach Zeugen. Die Täter wurden wie folgt beschrieben:
- Täter 1: Männlich, etwa 40 Jahre alt, 195 cm groß, kräftige Statur mit etwa 110 Kilogramm Körpergewicht, sprach Hochdeutsch, west- oder nordeuropäische Erscheinung
- Täter 2: Männlich, etwa 35 Jahre alt, 180 cm groß, schlanke Statur mit etwa 80 Kilogramm Körpergewicht, sprach gebrochen Deutsch, osteuropäische oder slawische Erscheinung
Die Polizei bittet insbesondere Personen, die am Sonntagnachmittag im Bereich Pappelallee und Blausternweg in Feldmoching verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 55, unter der Telefonnummer 089 2910-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Warnung der Münchner Kriminalpolizei
Die Münchner Kriminalpolizei warnt nach diesem Vorfall eindringlich vor ähnlichen Betrugsmethoden. Insbesondere ältere Menschen sollten äußerste Vorsicht walten lassen, wenn sich unbekannte Personen als Handwerker, Monteure oder in diesem Fall als Bekannte verstorbener Angehöriger ausgeben.
„Eine gesunde Skepsis ist keine Unhöflichkeit!“, betont die Polizei in ihrer Warnung. Seriöse Handwerker oder Dienstleister werden stets Verständnis für Nachfragen haben und ihre Identität sowie den Grund ihres Besuchs nachweisen können.
Die Polizei rät dringend dazu, bei vermeintlichen Handwerkern, Stromablesern, Heizungsmonteuren oder Sanitärinstallateuren immer zuerst bei der Hausverwaltung, dem Hausmeister oder den zuständigen Stadtwerken zu überprüfen, ob tatsächlich ein Termin vereinbart wurde. Dies gilt auch für behauptete Notfälle wie angebliche Wasserrohrbrüche.
Der Fall der betrogenen Witwe aus Feldmoching zeigt einmal mehr, wie skrupellos Kriminelle die Gutgläubigkeit und manchmal auch die Trauer älterer Menschen ausnutzen. Die Ermittlungen der Münchner Polizei dauern an.



