World Press Photo Award: Das beste Pressefoto des Jahres 2025
World Press Photo Award: Das beste Pressefoto 2025

Die Stiftung World Press Photo hat das beste Pressefoto des Jahres 2025 gekürt. Die Aufnahme der US-amerikanischen Fotografin Carol Guzy zeigt den schmerzhaften Moment, in dem Kinder ihren Vater an ein T-Shirt geklammert festhalten, während Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE den Mann von seiner Familie trennen. Das Bild entstand vor dem Jacob K. Javits Federal Building in Lower Manhattan, New York, wo der ecuadorianische Migrant Luis nach einer Anhörung vor dem Einwanderungsgericht festgenommen wurde. Die Familie – Ehefrau Cocha und die drei Kinder im Alter von 7, 13 und 15 Jahren – war von Luis als einzigem Ernährer abhängig. Laut Angehörigen hatte Luis keine gültigen Papiere, war aber nicht vorbestraft.

Hintergrund der Abschiebepolitik

Die Festnahme erfolgte vor dem Hintergrund einer verschärften US-Einwanderungspolitik unter Präsident Donald Trump. Seit 2025 wurde der Schutz sensibler Orte aufgehoben, sodass Migranten auch in Schulen, Krankenhäusern oder Gerichten festgenommen werden können. Die ICE-Beamten warten oft maskiert vor den Gerichtssälen. Fotografin Guzy, die bereits vier Pulitzer-Preise gewonnen hat, betonte bei der Preisverleihung, dass die Auszeichnung vor allem der Familie auf dem Foto gebühre: „Denn erst ihr Mut, ihr Leben der Kamera zu öffnen, erlaubt es uns, ihre Geschichte zu erzählen.“

Weitere Finalisten des Wettbewerbs

Neben dem Siegerbild zählten mehrere beeindruckende Aufnahmen zu den Finalisten. Dazu gehört eine Hochzeit auf den Philippinen: Trotz des Tropensturms Wipha, der im Juli 2025 über 80.000 Menschen obdachlos machte, gaben sich Jade Rick Verdillo und Jamaica Aguilar in der überfluteten Kirche von Barasoain das Jawort. Fotograf Aaron Favila hielt diesen unvergesslichen Moment fest.

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Ein weiteres Finalbild zeigt die verheerenden Waldbrände in Los Angeles vom Januar 2025. Der Himmel glüht, Glut regnet auf eine Straße – ein apokalyptisches Szenario, das Ethan Swope fotografierte. Die Schäden wurden auf bis zu 54 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die schwedische Fotografin Sanna Sjöswärd porträtierte die ehemalige Tänzerin Engla Louise, die seit ihrem zehnten Lebensjahr an Anorexie leidet und nur noch 25 Kilogramm wiegt. Das Bild zeigt sie im Bett tanzend, ein Projekt, das auf Magersucht aufmerksam machen soll.

Ein tragisches Feuer in Hongkong im November 2025 forderte 168 Todesopfer. Fotograf Tyrone Siu dokumentierte die Verzweiflung eines Bewohners, der vor dem brennenden Gebäude schreit – seine Frau war eingeschlossen und starb. Brandbeschleunigende Gerüste und Baunetze hatten das Feuer rasend schnell verbreitet.

Eine Wildtierkamera im Wanglang-Nationalnaturreservat in China fing einen seltenen Schnappschuss eines wilden Riesenpandas ein. Von diesen Tieren leben schätzungsweise weniger als 2000 in freier Wildbahn.

Der Krieg in der Ukraine hält seit vier Jahren an. Ein Foto von Evgeniy Maloletka zeigt die 65-jährige Valeria aus Kiew, die nach dem Einschlag einer russischen Rakete blutüberströmt und schockiert auf dem Boden sitzt. Ihr Gesicht ist gezeichnet, die Augen ins Leere gerichtet.

Im Gazastreifen feierte die Familie a-Shafei das Ende des Ramadan inmitten von Trümmern. Fotograf Saher Alghorra hielt den Moment für die New York Times fest, obwohl er sich dabei in Lebensgefahr begab. „Selbst als mir alles um mich herum sagte, ich solle aufhören, konnte ich nicht – Schweigen hätte Kapitulation bedeutet“, sagte er.

Die Bedeutung des Fotojournalismus

Jury-Vorsitzende Kira Pollack würdigte die Arbeit aller Fotografen: „Fotojournalismus war nie ein einfacher Job. Er war nie lukrativ, sicher oder bot eine garantierte Zuschauerschaft. Und doch gehen Fotografen zu Gerichtsgebäuden und Konfliktgebieten, in die stillen Winkel der Welt, wo Geschichte ohne Zeugen geschrieben wird. Sie gehen, weil sie glauben, dass Sehen wichtig ist. Dass Beweise wichtig sind.“

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