YouTuber wegen Mordes an schwangerer Freundin vor Gericht: Falscher GTA-Stream als Alibi?
YouTuber vor Gericht: Falscher GTA-Stream als Mord-Alibi?

YouTuber wegen Mordes an schwangerer Freundin angeklagt: Falscher GTA-Stream als Alibi?

Ein aufsehenerregender Mordprozess beschäftigt derzeit die Justiz in Belfast. Der YouTuber Stephen McCullagh (36) mit 34.000 Abonnenten steht vor Gericht, weil er angeblich seine schwangere Partnerin Natalie McNally (†32) ermordet hat. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist schwerwiegend: Der Angeklagte soll einen gefälschten Livestream des Videospiels "Grand Theft Auto" genutzt haben, um sich ein falsches Alibi zu verschaffen, während er die Tat beging.

Der vermeintliche Livestream als Täuschungsmanöver

Der tragische Vorfall ereignete sich bereits im Dezember 2022, doch der Prozess begann erst im Februar 2026 vor dem Belfast Crown Court. Zur Tatzeit lief auf McCullaghs YouTube-Kanal scheinbar ein Live-Stream des beliebten Spiels "Grand Theft Auto". Für seine Zuschauer wirkte es, als säße der YouTuber live am Computer und spiele. Er gab sogar technische Probleme vor, um zu erklären, warum er nicht auf Nachrichten im Chat reagierte.

Doch Ermittler und Cybersicherheitsexperten entdeckten die Täuschung: Bei dem vermeintlichen Livestream handelte es sich in Wirklichkeit um eine alte Aufnahme, die lediglich so abgespielt wurde, als wäre sie live. Während seine Fans dem Spiel zuschauten, befand sich McCullagh laut Anklage tatsächlich in einem Bus auf dem Weg zum Haus seiner Freundin.

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Die tragische Tat und die digitale Spurensuche

Im Haus seiner Partnerin soll der Angeklagte dann die im vierten Monat schwangere Natalie McNally mit einem Messer und stumpfer Gewalt getötet haben. Die 32-jährige Marketing-Expertin, die sich laut ihrer Familie riesig auf ihr erstes Kind freute, wurde in der 14. Schwangerschaftswoche brutal ermordet.

Zunächst glaubte die Polizei dem digitalen Alibi des YouTubers und schloss ihn als Verdächtigen aus. Erst eine gründliche digitale Spurensuche brachte die Wende im Fall. Besonders belastend für die Anklage ist ein Notruf, der am Tag nach der Tat aufgezeichnet wurde und im Gerichtssaal abgespielt wurde. Darin ist der Angeklagte schluchzend zu hören, wie er um Hilfe fleht. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch überzeugt, dass es sich dabei um reines Theater handelte, um seine Unschuld zu untermauern.

Ein auf fünf Wochen angesetzter Prozess mit grundsätzlichen Fragen

Der Prozess ist auf fünf Wochen angesetzt und wirft grundsätzliche Fragen auf: Kann man einen digitalen Fußabdruck wirklich fälschen? Wie viel Planung steckte hinter dieser Tat? Der Staatsanwalt sprach von einem "kalkulierten" Mord. Der mutmaßliche Täter soll die Lüge über den gefälschten Stream in einer schriftlichen Aussage gegenüber der Polizei sogar zugegeben haben.

Bis zu einem endgültigen Urteil gilt für Stephen McCullagh die Unschuldsvermutung. Der Fall zeigt jedoch eindrücklich, wie digitale Technologien nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Vortäuschung von Alibis missbraucht werden können und welche Herausforderungen dies für Ermittlungsbehörden darstellt.

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