Zirkus Diabolo nach Vandalismus in Existenznot: Jutta Speidel startet Benefizaktion
Zirkus nach Vandalismus in Not: Jutta Speidel hilft

Zirkusfamilie kämpft um Existenz nach mutwilliger Zerstörung

In der Silvesternacht wurde der traditionsreiche Circus Diabolo in Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck zum Ziel eines brutalen Vandalismus-Angriffs. Unbekannte Täter beschmierten das historische Zirkuszelt mit schwarzer Farbe und hinterließen den Vorwurf "Tierquäler" an der Zeltwand. Das Besondere an diesem Fall: Der Familienzirkus hat in seiner gesamten Geschichte noch nie Tiere besessen oder in seinen Vorstellungen eingesetzt.

Emotionale und finanzielle Belastung für die Zirkusfamilie

Die sechsköpfige Familie Lauenburger, die den Zirkus in dritter Generation führt, zeigt sich fassungslos über die Tat. "Diese Tat hat uns nicht nur finanziell, sondern auch emotional schwer getroffen", erklärt die Zirkusfamilie auf ihrer offiziellen Website. Der Schaden geht weit über die sichtbare Beschmierung hinaus: Die Angreifer haben die 35 Jahre alte Zeltplane zusätzlich aufgeschlitzt, was die Situation weiter verschärft.

Das betroffene Zelt stellt ein besonderes Problem dar, da es sich um ein historisches Stück handelt, für das keine Ersatzteile mehr verfügbar sind. Eine chemische Reinigung würde die Brandschutzeigenschaften des Materials verändern und damit die TÜV-Zulassung gefährden. Für die Familie, deren Mitglieder alle als Clowns und Artisten in der Manege stehen, bedeutet dies eine existenzielle Bedrohung.

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Prominente Unterstützung durch Jutta Speidel

Mit der Schauspielerin und Autorin Jutta Speidel hat die Zirkusfamilie nun eine prominente Fürsprecherin gefunden. Die 71-jährige Münchnerin, die selbst ein Buch über die Zirkuswelt geschrieben hat, organisiert eine Benefizlesung, um die dringend benötigten finanziellen Mittel zu sammeln. "Die Familie steht sonst vor dem Ruin", erklärt Speidel entschlossen. "Wir wollen unbedingt diese 10.000 Euro zusammenbekommen."

Die benötigte Summe von 10.000 Euro entspricht den Kosten für eine komplett neue Zeltplane, die für den Fortbestand des Zirkusbetriebs unerlässlich ist. Obwohl die Familie Anzeige erstattet hat, sind die Ermittlungschancen seitens der Polizei als sehr gering eingeschätzt worden, was die Situation zusätzlich erschwert.

Benefizlesung als Rettungsanker

Am 21. Februar wird Jutta Speidel im Zirkuszelt am Volksfestplatz in Erding aus ihrem Roman "Amaryllis" lesen, der vor zwei Jahren im Langenmüller-Verlag erschienen ist. Das Buch erzählt die Geschichte von Valerie, die davon träumt, als große Artistin und weiblicher Clown in der männerdominierten Zirkuswelt erfolgreich zu werden. Der gesamte Erlös des Abends fließt direkt in die Reparatur der Schäden am Zirkuszelt und damit in die Existenzsicherung des Circus Diabolo.

Speidel wird dabei von ihrer Tochter und einem Musiker begleitet, wenn sie um 19.30 Uhr in der Manege auftritt. Die Schauspielerin betont die Bedeutung ihrer Unterstützung: "Sonst hätte ich wohl kaum ein ganzes Buch darüber geschrieben", sagt sie mit einem Lachen und unterstreicht damit ihre langjährige Verbundenheit mit der Zirkuswelt.

Moderne Zirkuskunst ohne Tiere

Der Circus Diabolo steht seit seiner Gründung für moderne Artistik, Akrobatik und menschliches Können. Die Familie betont auf ihrer Website: "Seit unserer Gründung stehen unsere Gastspiele ausschließlich für moderne Artistik, Akrobatik und menschliches Können." Der Vorwurf der Tierquälerei trifft die Zirkusmitarbeiter daher besonders hart, da er in keiner Weise der Realität ihres Betriebs entspricht.

Die Benefizaktion von Jutta Speidel stellt nicht nur einen finanziellen Rettungsanker dar, sondern sendet auch ein wichtiges Signal der Solidarität mit der traditionellen Zirkuskultur. Interessierte können sich über die Website des Zirkus unter circus-diabolo.de über die Lesung informieren und Spendenmöglichkeiten finden.

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