Das Freilichtmuseum Mueß in Schwerin steht vor einer grundlegenden Neuerfindung. Ein Millionenprojekt soll das Museumsdorf von einem saisonalen Ausflugsziel zu einem ganzjährig geöffneten Erlebnisort verwandeln. Im Fokus stehen ein neues Eingangsgebäude, die Sanierung der historischen Hufe V und die Schaffung barrierefreier Zugänge.
Hufe V wird zum Begegnungsort
Die Hufe V, ein historisches Gebäude am See, wird derzeit umfassend saniert. Nur die Hülle steht noch, das Innere ist entkernt. Künftig soll hier eine Mischung aus Gastronomie, Veranstaltungsräumen und musealer Nutzung entstehen. „Das Gebäude liegt dann im öffentlichen Bereich und ist frei zugänglich“, erklärt Museumsleiterin Melanie Kramer. Der Saal wird Platz für Lesungen, Konzerte und plattdeutsche Abende bieten. Die Hufe V soll als Schaufenster ins Museum wirken und Besucher neugierig machen.
Neuer öffentlicher Bereich am See
Zum ersten Bauabschnitt gehört auch ein neuer großer Spielplatz, der sich thematisch in das Museum einfügt, sowie der bereits fertiggestellte Schiffsanleger für die öffentliche Personenschifffahrt. „Viele Maßnahmen dienen dazu, mehr Öffentlichkeit und mehr Besucher anzuziehen“, sagt Projektleiterin Maren Dierkes von den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Der Bereich soll bereits 2027 fertig sein.
Neubau für Café und Seminare
Im zweiten Bauabschnitt wird das heutige Café abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der sich in Kubatur und Gestaltung am historischen Bestand orientiert. Ein Seminarhaus mit Festwiese ist geplant. Der Neubau wird größer als das jetzige Café und ermöglicht große Veranstaltungen wie das Frühjahrserwachen oder das Windros-Festival. Auch außerschulisches Lernen und Projekttage finden hier bessere Bedingungen.
Ganzjährige Öffnung durch neues Eingangsgebäude
Der weitreichendste Schritt ist der Bau eines neuen Besucher- und Eingangsgebäudes direkt an der Alten Crivitzer Landstraße. Bislang ist das Museum nur von Ostern bis Oktober geöffnet, da viele Ausstellungsräume nicht beheizt sind. Das neue Gebäude soll barrierefrei sein und Platz für Dauer- und Sonderausstellungen bieten. „Mit einem solchen Gebäude wäre perspektivisch eine ganzjährige Öffnung möglich“, so Kramer. Auch die umfangreiche Wossidlo-Sammlung könnte dann gezeigt werden.
Barrierefreiheit als Herausforderung
Das Gelände zwischen historischen Höfen und Scheunen barrierefrei zu erschließen, ist eine besondere Herausforderung. Wege müssen erneuert und neue Durchgangsbereiche geschaffen werden. Ziel ist es, Heimatgeschichte für mehr Menschen zugänglich zu machen.
Kindermuseum zeigt die Zukunft
Bereits heute zeigt das Kindermuseum auf dem Gelände, wohin die Reise geht. Früher wurden hier landwirtschaftliche Geräte ausgestellt, jetzt können Kinder die Exponate anfassen und ausprobieren. Das Freilichtmuseum entwickelt sich vom reinen Zeigen hin zum Erleben. Historische Alltagsgegenstände wie eine Spielzeugschatulle machen Geschichte für junge Besucher greifbar.
Das Museumsdorf erzählt die ländliche Lebenswelt Mecklenburgs vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Das Millionenprojekt fügt eine neue Ebene hinzu: Es verbindet Denkmalpflege mit Tourismus, Bildungsarbeit mit Aufenthaltsqualität und historische Authentizität mit modernen Anforderungen. So bleibt der geschichtsträchtige Ort relevant, ohne seinen Charakter zu verlieren.



