ARD korrigiert falsches Merkel-Video - Erneuter Fehler bei öffentlich-rechtlichen Sendern
ARD korrigiert falsches Merkel-Video nach ZDF-Skandal

Öffentlich-rechtliche Sender in der Kritik: ARD korrigiert falsches Merkel-Video

Nur wenige Tage nach dem ZDF-Skandal um gefälschte Abschiebe-Berichterstattung muss nun auch die ARD einen schwerwiegenden Fehler einräumen. Wie jetzt bekannt wurde, zeigte der Sender in der Sendung „Bericht aus Berlin“ am vergangenen Sonntag eine falsche Szene mit Altkanzlerin Angela Merkel (71).

Falsche Zuordnung beim CDU-Parteitag

In dem Beitrag wurde Merkel nach der Wiederwahl von Friedrich Merz (70) zum CDU-Parteichef applaudierend gezeigt. Tatsächlich hatte die ehemalige Bundeskanzlerin den Saal zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits verlassen. „Das war er, der ganz besondere Moment beim Parteitag. Friedrich Merz wird mit gut 91 Prozent zum Parteichef gewählt“, kommentierte eine Sprecherin aus dem Off die falsche Sequenz.

Zuerst berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ und WELT über den peinlichen Fehler. Die ARD hat die inkorrekte Szene inzwischen aus der Mediathek entfernt und einen Korrekturhinweis veröffentlicht:

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„In der ursprünglichen Fassung war in einem Beitrag über den CDU-Parteitag zu sehen, wie Angela Merkel nach der Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef Beifall spendet. Dieses Bild ist jedoch früher, nach der Rede von Friedrich Merz, entstanden. Die Redaktion hat das Bild aus dem Beitrag entfernt und eine neue Fassung online gestellt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.“

Merkels vorzeitige Abreise und SMS-Glückwünsche

Ursprünglich hatte Angela Merkel geplant, bis zur Verkündung des Wahlergebnisses auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart zu bleiben. Die Wahl sollte eigentlich bereits um 15:15 Uhr stattfinden, verzögerte sich jedoch aufgrund technischer Probleme beim Wahlgang erheblich. Kurz nach 18 Uhr verabschiedete sich Merkel deshalb vom amtierenden Kanzler und seiner Ehefrau Charlotte, um den letzten Direktzug nach Berlin nicht zu verpassen.

Friedrich Merz gratulierte sie anschließend per SMS zu seiner überwältigenden Wiederwahl mit 91 Prozent der Stimmen. Der neu gewählte CDU-Chef hatte am Freitag seine Position an der Parteispitze eindrucksvoll bestätigt.

ZDF-Skandal als Vorbote

Genau eine Woche zuvor hatte bereits das ZDF mit gefälschten Clips in der Berichterstattung für Aufsehen gesorgt. Im „heute journal“ wurden manipulierte Aufnahmen über Abschiebungen durch die US-Behörde ICE gezeigt. Eine der Sequenzen wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt, bei der zweiten handelte es sich um einen vier Jahre alten Clip von der Festnahme eines Jungen nach einer Amokdrohung.

Moderatorin Dunja Hayali (51) hatte den Beitrag mit den Worten eingeleitet, es herrsche „ein Klima der Angst, das selbst vor Kindern nicht haltmache“. Der Fall löste bundesweit große Empörung aus und führte zum Rücktritt der verantwortlichen Autorin. New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht (50) habe gegen journalistische Standards verstoßen, begründete der Mainzer Sender diese Entscheidung.

ZDF-Urgestein Claus Kleber (70) zeigte sich anschließend solidarisch mit seiner Kollegin: „Ihr ist ein schlimmer Fehler passiert, wie er in unserem Geschäft auch den Besten passieren kann. Ich weiß, wovon ich spreche“, so Kleber gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Qualitätsdebatte bei öffentlich-rechtlichen Sendern

Die beiden Fälle innerhalb einer Woche werfen ernste Fragen zur Qualitätssicherung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern auf. Während es sich beim ZDF um bewusste Manipulation von Bildmaterial handelte, zeigt der ARD-Fall Probleme bei der redaktionellen Überprüfung und korrekten Einordnung von Aufnahmen.

Beide Vorfälle haben die Debatte über journalistische Standards und die Verantwortung öffentlich-rechtlicher Medien neu entfacht. Kritiker fordern strengere Kontrollmechanismen und transparentere Korrekturverfahren, um das Vertrauen der Zuschauer in die Berichterstattung zu erhalten.

Die aktuelle Häufung von Fehlern bei etablierten Sendern unterstreicht die Herausforderungen im modernen Journalismus, wo Zeitdruck und der Wettbewerb um Aufmerksamkeit manchmal zu sorglosem Umgang mit Fakten führen können.

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