Ende einer Ära: ARD beendet »Immer wieder sonntags« nach mehr als drei Jahrzehnten
Der Südwestrundfunk (SWR) hat eine schmerzhafte Entscheidung getroffen: Die langjährige Schlager-Show »Immer wieder sonntags« wird nach der aktuellen Staffel eingestellt. Die Sendung, die seit 1995 das Pendant zum ZDF-»Fernsehgarten« bildete, wird 2027 nicht mehr fortgesetzt. ARD und SWR gaben dies am Freitag in Stuttgart bekannt und verwiesen auf die angespannte wirtschaftliche Lage des Senders.
Spardruck führt zum Aus trotz hoher Zuschauerzahlen
Clemens Bratzler, SWR-Programmdirektor Information, bezeichnete die Einstellung als notwendigen Schritt, der keine Alternative lasse – obwohl die Sendung ein »großer Erfolg« war. Im vergangenen Jahr verfolgten durchschnittlich mehr als 1,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer wöchentlich die Ausstrahlung um 10 Uhr, was einem Marktanteil von über 17 Prozent entspricht. Christine Strobl, ARD-Programmdirektorin, würdigte die Sendung für ihre Prägung des Sonntagvormittags mit »Musik, Nähe und Lebensfreude« und betonte die Rolle von Stefan Mross als Nachfolger von Max Schautzer.
Historischer Rückblick und kontroverse Momente
»Immer wieder sonntags«, benannt nach einem Schlager von Cindy & Bert, wurde seit 1998 aus dem Europapark Rust gesendet. Nach der Moderation durch Max Schautzer von 1995 bis 2003 übernahm Sebastian Deyle für ein Jahr, bevor Stefan Mross ab 2005 die Show leitete. Insgesamt gab es 378 Folgen in 31 Staffeln. Die Sendung war auch von Skandalen geprägt: Mross musste 2014 nach dem Verzehr einer scharfen Currywurst abbrechen, und 2023 geriet er in Kritik, nachdem er in einem Hotel handgreiflich geworden war.
Weitere Programmänderungen beim SWR
Die Einstellung von »Immer wieder sonntags« ist Teil einer größeren Umstrukturierung beim SWR. Bereits zuvor wurden lineare TV-Formate wie »Eisenbahn-Romantik« eingestellt, und »Verstehen Sie Spaß?« wird künftig nur noch dreimal jährlich ausgestrahlt. Die Produktionsfirma Kimmig Entertainment, bisher für die Show verantwortlich, erhielt stattdessen den Auftrag für den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest.
Die freiwerdenden Mittel sollen teilweise eingespart und teilweise in neue digitale Unterhaltungsformate investiert werden, wie Strobl erklärte. Dies markiert einen Wendepunkt in der ARD-Unterhaltungsprogrammierung und beendet eine Ära, die Generationen von Schlagerfans geprägt hat.



