Nachdenkliche Worte des Moderators: Beisenherz entschuldigt sich für Gespräch mit Fernandes
Mit deutlicher Betroffenheit hat sich Moderator Micky Beisenherz (47) zu seinem umstrittenen Interview mit Collien Fernandes (44) im WDR-Format „Kölner Treff“ geäußert. In seinem täglichen Nachrichten-Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ blickte der Talkmaster am Freitagmorgen hörbar nachdenklich auf den Sendungsabend zurück, an dem Fernandes über gefälschte Nacktvideos und Identitätsklau sprach.
Zitternde Stimme und schwierige Enthüllungen
Bereits am vergangenen Freitag hatte Collien Fernandes im Kölner Treff mit zitternder Stimme über Fake-Profile, manipulierte Sexaufnahmen und angebliche Nacktvideos in ihrem Namen berichtet. Die Moderatorin deutete damals an, dass die Person hinter dem Identitätsklau „ihr bekannt sei und nahestehe“, nannte jedoch keinen konkreten Namen. Als Mitgast Rebecca Mir nachfragte, ob sie inzwischen wisse, wer dahinterstecke, herrschte betretenes Schweigen im Studio.
Fernandes zögerte lange, nickte schließlich. Auf die Frage, ob sie rechtlich dagegen vorgegangen sei, antwortete sie nur knapp: „Ist schwieriges Thema gerade.“ Erst am Donnerstag wurde öffentlich bekannt, dass sie ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) für den Täter hält. Diese dramatische Dimension war während der Live-Sendung noch nicht vollständig erkennbar.
Selbstkritische Reflexion des Moderators
In der Podcast-Folge mit CDU-naher Influencerin Clara Nathusius gestand Beisenherz ein, dass ihm im Nachhinein klar geworden sei, der Schwerpunkt an jenem Abend sei nicht richtig gesetzt gewesen. „Wieder mal bin ich schuld“, sagte er selbstkritisch. Er habe sich „völlig zu Recht von der Redaktion vorwerfen lassen“ müssen, dass er sich zu lange am Thema „Traumschiff“ aufgehalten habe – aus persönlichem Interesse.
Dadurch sei das eigentlich zentrale Thema Deepfake, das ebenfalls ein Grund für Fernandes' Einladung war, „ein bisschen zu kurz“ gekommen. Der Moderator betonte, wie ernst er die Vorwürfe nehme, und sprach von „Vertrauensmissbrauch“ sowie „Machtausübung“ durch die Degradierung anderer.
Gesellschaftliches Problem männlicher Übergriffe
Beisenherz beschrieb das Geschehen als Ausdruck eines grundlegenden männlichen Problems: Wenn von solchen Fällen die Rede sei, seien es „eigentlich immer Männer, die Frauen degradieren“. Solche Taten seien kein Einzelfall, sondern strukturell verankert. Damals während der Sendung habe er noch gedacht, es handle sich womöglich um „einen engen Freund, einen Kollegen oder so“.
Dass die Dimension so dramatisch sei – mit einem Ex-Partner als mutmaßlichem Täter –, sei ihm an diesem Abend nicht bewusst gewesen, räumte er offen ein. Es tue ihm „wirklich extrem leid“, was Fernandes erleiden musste. Die Entschuldigung des Moderators zeigt die Sensibilität, die solche Themen in der öffentlichen Diskussion erfordern, besonders wenn persönliche Beziehungen und digitale Manipulation zusammenfallen.



