Cate Blanchett: #MeToo-Bewegung wurde schnell abgewürgt
Blanchett: #MeToo-Bewegung schnell abgewürgt

Cate Blanchett hat beim Filmfestival in Cannes eine ernüchternde Bilanz der #MeToo-Bewegung gezogen. Die 57-jährige Oscar-Preisträgerin kritisierte, dass die anfängliche Dynamik in Hollywood schnell wieder verloren gegangen sei. Die Bewegung sei „rasch abgewürgt worden“, sagte Blanchett in einem auf X veröffentlichten Videoausschnitt des US-Branchenblatts „Variety“.

Systematischer Missbrauch

„Warum wird das zum Schweigen gebracht? Warum wird das unterdrückt?“, fragte die Schauspielerin. Damit werde sichtbar, dass es eine systematische Ebene von Missbrauch gebe. Gleichzeitig betonte Blanchett, dass #MeToo längst über die Filmbranche hinausreiche und auch Frauen ohne öffentliche Plattform ihre Erfahrungen teilten.

Geschlechterungleichgewicht am Set

Besonders deutlich wurde die Oscar-Preisträgerin beim Blick auf die Geschlechterverteilung am Filmset. Auch heute erlebe sie dort regelmäßig ein deutliches Ungleichgewicht: An manchen Drehtagen komme sie auf etwa zehn Frauen und 75 Männer. „Ich liebe Männer, aber irgendwann sind die Witze eben immer dieselben“, sagte Blanchett. Man müsse sich innerlich ständig ein wenig darauf einstellen, inzwischen sei sie daran gewöhnt. Irgendwann werde das langweilig, und das wirke sich auch auf die Arbeit aus.

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Blanchett war 2018 als Jurypräsidentin der Filmfestspiele von Cannes eine prominente Unterstützerin der #MeToo-Bewegung. Damals beteiligte sie sich an einem Protest auf dem roten Teppich. Jahre später zieht sie nun eine ernüchternde Bilanz und fordert mehr Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter in der Filmbranche.

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