73. Bundespresseball in Berlin: Fest für Demokratie mit prominenten Gästen und kritischen Tönen
Unter dem eindringlichen Motto „Für die Demokratie. Pressefreiheit stärken“ findet am Freitagabend im luxuriösen Berliner Hotel Adlon der 73. Bundespresseball statt. Mit mehr als 2000 geladenen Gästen aus Politik, Journalismus, Wirtschaft und Kultur will die Veranstaltung ein klares Signal für die Freiheit der Medien setzen. Die Bundespressekonferenz als Ausrichter betont, dass dieses Thema angesichts weltweiter Wahlerfolge demokratiefeindlicher Kräfte aktueller denn je sei.
Prominente Eröffnung und auffällige Abwesenheit
Wie in den vergangenen Jahren eröffnen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender den Ball mit dem traditionellen Eröffnungstanz. Eine markante Lücke klafft jedoch im Gästebuch: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bislang nicht zugesagt, obwohl er vor seiner Amtszeit als Regierungschef regelmäßiger Gast war. Diese Absage sorgt für Gesprächsstoff unter den Anwesenden.
Die Festrede zur offiziellen Eröffnung im prunkvollen Ballsaal hält die beliebte Schauspielerin Uschi Glas, die kürzlich ihr neues Buch „Du bist unwiderstehlich, Wahrheit“ veröffentlicht hat. Ihr Auftritt unterstreicht die Verbindung von Kultur und politischer Botschaft des Abends.
Internationale Stimme für bedrohte Pressefreiheit
Ein Höhepunkt des Programms ist die Rede von Melissa Eddy, Korrespondentin der „New York Times“ und Vorsitzende des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland. Sie spricht zu Beginn des Galadinners und repräsentiert symbolisch die amerikanischen Journalisten, deren Arbeit unter der Regierung von Präsident Donald Trump zunehmenden Einschränkungen ausgesetzt ist. „Guter Journalismus kann sich nur in einer freiheitlichen Demokratie wirklich entfalten“, betont Mathis Feldhoff, Vorsitzender der Bundespressekonferenz, in seiner Ansprache.
Appell für mehr Vielfalt in Medienführungen
Im exklusiven Magazin zum Ball äußert sich Elke Büdenbender kritisch zur Zusammensetzung der Medienlandschaft. Sie appelliert an Verantwortliche, mehr für Gleichberechtigung und Diversität zu tun: „In den Führungsebenen vieler Medien, ob öffentlich-rechtlich oder privat, gibt es eine Unterrepräsentanz von Frauen. Die Branche ist auch nicht besonders divers, was Herkunft, auch soziale Herkunft, und Orientierung angeht.“ Ihrer Ansicht nach würde eine breitere Aufstellung der Medien zu einer ausgewogeneren Themenauswahl führen, die näher an der Lebenswirklichkeit der Gesellschaft liegt.
Who is who: Von Politikern bis zu Sportstars
Die vorläufige Gästeliste liest sich wie ein Who is who der deutschen Prominenz:
- Aus der Politik: Justizministerin Stefanie Hubig, Gesundheitsministerin Karin Prien, Umweltminister Carsten Schneider, der designierte Ministerpräsident von Baden-Württemberg Cem Özdemir und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU).
- Von den Parteien: CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn, die Grünen-Vorsitzenden Felix Banaszak und Franziska Brantner, FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sowie zahlreiche Bundestagsabgeordnete.
- Aus Medien und Unterhaltung: Chefredakteure, Moderatoren, Medienmanager, die Schauspielerin Melanie Marschke, Rapper und Schauspieler Eko Fresh sowie Kabarettist Eckart von Hirschhausen.
- Sportprominenz: Ex-Fußballprofi Arne Friedrich und Reitsportlerin Lisa Müller, Ehefrau von Ex-Bayern-Profi Thomas Müller.
Der traditionsreiche Bundespresseball, der bereits zu Bonn-Zeiten ein gesellschaftlicher Höhepunkt war, bietet den Gästen mehrere Tanzflächen, elegante Bars und üppige Buffets. Trotz der Kleiderordnung mit Abendkleid und Smoking halten sich erfahrungsgemäß nicht alle Besucher strikt an diese Vorgabe. Der Abend steht im Zeichen des Austauschs und der Diskussion über die Zukunft der Pressefreiheit in unsicheren Zeiten.



