Dschungelkönig Gil Ofarim: Ein Sieger, der das Publikum spaltet
Die Krönung von Gil Ofarim zum Dschungelkönig 2026 hat in der deutschen Unterhaltungsbranche für kontroverse Diskussionen gesorgt. Der 43-jährige Münchner Sänger setzte sich in der jüngsten Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" durch, doch sein Sieg wird keineswegs einhellig gefeiert. Besonders bemerkenswert: Noch vor Staffelbeginn galt Ofarim aufgrund eines Verleumdungsskandals in der Branche als "Persona non grata", was seinen späteren Triumph umso überraschender macht.
Münchner Rückkehr und finanzielle Pläne
In einem exklusiven Interview mit Frauke Ludowig bei RTL gab der frischgebackene Dschungelkönig erste Einblicke in seine Zukunftspläne. "Ich kann Rechnungen bezahlen und noch vieles mehr", verriet Ofarim bezüglich seiner Gage und Siegprämie. Sein größter Wunsch: eine Wohnung in München zu erwerben, um näher bei seinen beiden Kindern zu sein. Die bayerische Landeshauptstadt soll ihm wieder mehr Familienzeit ermöglichen.
Experte Stoeckel: "RTL hat sich keinen Gefallen getan"
Julian F.M. Stoeckel, selbst Dschungelcamp-Teilnehmer von 2014 und regelmäßiger Gast in der Begleitsendung "Die Stunde danach", äußerte sich in einem persönlichen Gespräch mit der AZ deutlich kritisch. "Ich glaube, dass sich RTL mit der Teilnahme von Gil Ofarim keinen Gefallen getan hat", so der 37-jährige Entertainer. "Er ist wahrscheinlich der streitbarste aller Dschungelkönige der letzten 20 Jahre", begründete Stoeckel seine Einschätzung.
Der Experte betonte, dass ein Dschungelkönig normalerweise verbindend wirken müsse: "Eigentlich muss ein Dschungelkönig verbindend sein und normalerweise hat sich das Publikum immer über die Krönung gefreut. Und dieses Jahr haben sich viele Leute entsetzlich geärgert." Stoeckel äußerte sogar die Befürchtung, dass Ofarims Sieg dem Format langfristig schaden könnte.
Zweifel an RTLs Vermarktungsstrategie
Während frühere Dschungelmajestäten wie Evelyn Burdecki nach ihrem Sieg umfangreiche Karrierechancen bei RTL erhielten – Burdecki moderierte sogar ihre eigene Sendung "Das Liebeskarussell" –, sieht Stoeckel für Ofarim deutlich weniger Perspektiven. "Gute Frage. Ich bin mir nicht sicher, ob RTL überhaupt was mit ihm vorhat", sagte der Experte zur möglichen Vermarktung. "In erster Linie ist er jetzt erst mal Dschungelkönig geworden und es ist nicht so, dass sich RTL dann mit einem hinsetzt und Pläne schmiedet."
Stoeckel verwies darauf, dass Ofarims Mini-Doku "Der Fall Gil Ofarim" zwar bei RTL+ verfügbar sei, dies aber keine umfassende Vermarktungsstrategie darstelle. "Es wird sich zeigen, ob sich was ergibt. Und wenn sich nichts ergibt, ist das auch ein Zeichen", so seine nüchterne Prognose.
Persönliche Distanz und alternative Siegerwünsche
Auf die Frage, ob er Ofarim persönlich zum Sieg gratulieren würde, antwortete Stoeckel zurückhaltend: "Ich glaube, ich würde dazu gar nichts sagen. Ich würde ihn begrüßen als Kollegen, weil wir uns kennen und weil ich ein höflicher Mensch bin." Nach kurzem Nachdenken räumte er ein: "Sollte sich überhaupt ein Gespräch ergeben, würde ich vielleicht sogar sagen: 'Alles Liebe, herzlichen Glückwunsch zur Dschungelkrone.' Das war es dann aber auch. Ich hätte jetzt keine Lust auf große, intime Gespräche."
Statt Ofarim hätte sich Stoeckel einen anderen Sieger gewünscht: "Ich hätte mich gefreut, wenn Hubert gewonnen hätte, denn er wäre der vierte queere Dschungelkönig geworden in 20 Jahren, was jetzt nicht so wahnsinnig viel ist." Hubert Fella, der den dritten Platz belegte, hätte aus Stoeckels Sicht "verbindend, süß und ulkig" gewirkt und einfach mehr verdient gehabt. Bisher schafften es nur Ross Anthony (Staffel 3), Prince Damien (Staffel 14) und Lucy Diakovska (Staffel 17) als LGBTQ+-Vertreter auf den Dschungelthron.
Die Diskussion um Gil Ofarims Dschungelcamp-Sieg und seine Zukunft bei RTL zeigt deutlich: In der Unterhaltungsbranche ist nicht jeder König gleichermaßen willkommen – besonders wenn er das Publikum so nachhaltig spaltet wie der umstrittene Münchner Sänger.



