Monika Gruber übt scharfe Kritik am deutschen Kinderfernsehen
Die bekannte Kabarettistin Monika Gruber hat in einem aktuellen Podcast-Gespräch deutliche Worte zum deutschen Kinderfernsehen gefunden. Im Dialog mit dem erfolgreichen österreichischen Kinderbuch-Autor Thomas Brezina äußerte die 54-Jährige ihre Besorgnis über die Entwicklung des Programms für junge Zuschauer.
'Lasst die Kinder Kinder sein' - Eine klare Forderung
"Lasst die Kinder Kinder sein" - diese prägnante Aussage formulierte Monika Gruber als zentrale Botschaft ihrer Kritik. Die Künstlerin, die selbst keine eigenen Kinder hat, aber als Tante von fünf Nichten und Neffen regelmäßig mit dem Nachwuchs zu tun hat, sieht eine problematische Tendenz im deutschen Kinder-TV.
"Beim deutschen Kinderfernsehen habe ich manchmal das Gefühl, die wollen die Kinder mehr erziehen oder sie ideologisch in eine Richtung verbrämen, als sie zu unterhalten", erklärte Gruber in ihrem Podcast "Die Gruaberin". Diese Entwicklung missfalle ihr deutlich, auch wenn sie keine konkreten Beispiele für ihre Behauptung nannte.
Thomas Brezina unterstützt Grubers Position
Der Gesprächspartner Thomas Brezina, der mit Werken wie "Die Knickerbocker-Bande", "Tom Turbo" und "Sieben Pfoten für Penny" Generationen von Kindern begeistert hat, zeigte sich von Grubers Aussagen überzeugt. Der 63-jährige Autor, der bis 2025 für das österreichische Kinderprogramm "okidoki" verantwortlich war, pflichtete ihr vollkommen bei.
"Du könntest es nicht besser ausdrücken. Lasst sie [die Kinder] spielen", sagte Brezina und ergänzte: "Sie müssen nicht alles wissen." Der erfolgreiche Schriftsteller, dessen Bücher sich über 70 Millionen Mal verkauft haben, betonte, dass Kindern heutzutage "zu viel aufgedrängt" werde.
Fehlende Leichtigkeit und Freude im Programm
Monika Gruber bemängelte insbesondere das Fehlen von "Leichtigkeit" und "Freude" im deutschen Kinderfernsehen. Diese Qualitäten seien für sie essentiell, damit Unterhaltung für Kinder wirklich funktioniere. Die Kabarettistin erinnerte daran, dass auch Brezina zu Beginn seiner Karriere kritisiert worden sei, weil es in seinen Büchern "kein 'Problem'" gegeben habe.
Für Gruber sollte Kinderfernsehen in erster Linie eines leisten: unterhalten und Spaß machen. Trotz ihrer eigenen Kinderlosigkeit - ein Thema, über das sie in der Vergangenheit offen gesprochen hat - sieht sie sich in der Verantwortung, Klartext zu diesem Thema zu reden, da sie regelmäßig Kontakt zu ihren Nichten und Neffen in Niederbayern hat.
Brezinas Abschied von 'okidoki'
Im Gespräch kam auch das Ende von Thomas Brezinas Engagement für "okidoki" zur Sprache, das 2025 eingestellt wurde. "Für mich ist das unendlich traurig", sagte der Autor dazu, zeigte sich aber zuversichtlich, dass seine Sendungen aufgrund ihrer Qualität noch jahrelang weiterlaufen würden - möglicherweise sieben, acht oder neun Jahre lang.
Die deutsche Konkurrenz könne mit dieser Qualität laut Monika Gruber nicht mithalten. Ihre Kritik richtet sich dabei nicht gegen pädagogische Inhalte per se, sondern gegen eine Überbetonung erzieherischer und möglicherweise ideologischer Aspekte auf Kosten der unterhaltsamen Komponente.



