HBO startet mit deutscher Serie 'Banksters': Bankazubi wird zum Meisterdieb
Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO, bekannt für hochklassige Serien wie Game of Thrones und Die Sopranos, hat seinen Streamingdienst Max in Deutschland gestartet. Nun präsentiert der Mediengigant seine erste deutsche Eigenproduktion: die Serie Banksters, die an diesem Freitag ihre Premiere feiert.
Die Handlung: Spektakuläre Banküberfälle in Berlin
Die sechsteilige Serie, die von wahren Begebenheiten aus den 2000er Jahren inspiriert ist, spielt in der deutschen Hauptstadt Berlin. Eine Serie von Banküberfällen hält die Metropole in Atem, bei der unbekannte Täter über eine Million Euro erbeuten. Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln, bis ein anonymer Brief den Jugendlichen und Bankazubi Yusuf beschuldigt.
Yusuf, gespielt von Evin M. Güvercin, wird daraufhin bei einem Fußballspiel festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Sein Teil der Beute verschwindet spurlos, was seine Azubi-Mittäter in Panik versetzt. Die Serie wirft mehrere spannende Fragen auf:
- Kann die Polizei Yusuf die Raubserie nachweisen?
- Wird der Beschuldigte seine Mittäter verraten?
- Wer hat ihn bei den Behörden verpfiffen?
- Und wo ist das gestohlene Geld geblieben?
Durch geschickte Zeitsprünge in die Vergangenheit klärt die Serie diese Fragen auf und enthüllt nach und nach die Hintergründe der kriminellen Machenschaften.
Der Hauptdarsteller: Eren M. Güvercin im Rampenlicht
Die Hauptrolle in der ersten deutschen HBO-Serie übernimmt der deutsch-türkische Schauspieler Eren M. Güvercin. Der Berliner, der lange Zeit Theater spielte und diverse TV-Rollen übernahm, erlebte im vergangenen Jahr einen Karriereschub. Zunächst war er in der deutschen Version der hochgelobten US-Serie Euphoria auf RTL+ zu sehen, in der Weihnachtszeit spielte der 23-Jährige im ARD-Historienformat Mozart/Mozart den weltberühmten Komponisten.
„Ich muss mich schon manchmal selbst kneifen, um zu verstehen: 'Hä? Warum bekomm' ich jetzt jede Hauptrolle?'“, sagte Güvercin der Deutschen Presse-Agentur. „Und ich sage das wirklich mit der größten Demut und hoffe, dass mein Ego nicht so groß ist, wie es vielleicht klingt.“
Der Schauspieler wusste bereits beim Drehstart vor drei Jahren, dass Banksters – ein kreatives Wortspiel aus Bank und Gangster – die erste in Deutschland produzierte HBO-Serie sein würde. „Die ganze Presse und dieser ganze Trubel, der jetzt auf mich zukommt, ist schon ein bisschen crazy. Also es ist schon eine Ehre, das Gesicht sein zu dürfen von der ersten Show von HBO Deutschland.“
Ein unkonventioneller Ansatz für deutsche Serien
Mit seiner natürlichen und leicht androgynen Art passt der 23-jährige Güvercin perfekt zu einer optisch sehr stylischen Serie, die in den popkulturell angesagten 2000er Jahren spielt. „Die ganze Plotline und Dramaturgie finde ich für eine deutsche Serie recht unkonventionell. Auch vom Schnitt her hat es eine ganz eigene Dynamik.“
Damit erinnert Banksters an Serien wie 4 Blocks, Asbest oder Testo, die teilweise auch von deren Machern mitproduziert werden – etwa Schauspieler Kida Ramadan. Mit deutschen Streaming-Hits wie Dark oder Das Boot kann die Mischung aus Banküberfall-Thriller und Coming-of-Age-Drama jedoch nicht mithalten.
Die Moral: Böse Banken, gute Bankräuber?
Güvercin spielt Yusuf als charmanten und hochbegabten Bankräuber mit einem Abitur-Schnitt von 0,9. Mit seinen Aktionen foppt er nicht nur das Bankensystem, sondern auch die recht dilettantisch agierende Polizei. Beide Institutionen kommen bei den Serienmachern um Autor Bernd Lange, bekannt für Die Kaiserin, nicht besonders gut weg.
Die Guten sind bei Banksters eindeutig die jungen Bankazubis, die auch aus familiären Gründen zu Bankräubern werden. Diese Darstellung ist sicherlich kritikwürdig, zumal beim spektakulären Sparkassenraub von Gelsenkirchen zuletzt deutlich wurde, dass auch normale Sparerinnen und Sparer betroffen sind.
Der Coup rund um Weihnachten habe ihn ehrlicherweise etwas zum Schmunzeln gebracht, erzählt Güvercin. „Ich hatte schon dieses Gefühl: 'Moment, das kenn' ich doch'. Ich wusste ja, wann das Projekt rauskommt. Und dann plötzlich von diesen Banküberfällen zu lesen, war irgendwie witzig.“
Die Serie Banksters startet mit sechs Folgen, die jeweils freitags erscheinen und eine Länge von etwa 45 Minuten haben. Sie verspricht spannende Unterhaltung und einen frischen Blick auf das Genre der deutschen Serienproduktion.



