Audi-Erdbeben: Teamchef Wheatley wirft nach nur elf Monaten das Handtuch
Audi-Teamchef Wheatley schmeißt nach elf Monaten hin

Audi-Formel-1-Team erschüttert: Teamchef Wheatley tritt nach nur elf Monaten zurück

Was als Traumstart für Audi in der Formel 1 begann, endet nun in einem Führungsbeben. Jonathan Wheatley, der erst im Mai 2025 als Teamchef des Werksteams der VW-Tochter antrat, hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der 58-jährige Brite verließ das Team nach nur rund elf Monaten im Amt – ein herber Schlag für das milliardenschwere Motorsportprojekt.

Familiäre Gründe und interne Konflikte als Auslöser

Die Gründe für Wheatleys plötzlichen Abgang sind vielschichtig. Zwar fühlte sich der Teamchef in der Schweiz wohl, doch seiner Frau Emma fiel die Eingewöhnung schwer. Das Ehepaar, das seit über zwei Jahrzehnten verheiratet ist, war extra nach Zug gezogen, um den Anschluss zu erleichtern. Die Gegend gilt als international geprägt, doch die Sprachbarriere blieb ein Problem.

Doch auch beruflich gab es erhebliche Reibungspunkte. Wheatley kollidierte immer wieder mit Projektleiter Mattia Binotto, dem ehemaligen Ferrari-Chef. Während Binotto den Rennstall zum Top-Team formen und die technische Entwicklung vorantreiben sollte, hatte Wheatley das operative Sagen bei den Grands Prix. Diese Doppelspitze führte zu Überschneidungen und Meinungsverschiedenheiten, die auch der Audi-Vorstandsvorsitzende Gernot Döllner registrierte.

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Döllner reagiert mit sofortiger Entbindung

Bereits in der zweiten Saisonhälfte 2025, als das Team noch als Sauber an den Start ging, erkannte Döllner, dass die Führungsstruktur keine langfristige Lösung darstellte. Das Dilemma: Beide Manager waren unabhängig voneinander verpflichtet worden. Einen von ihnen nach kurzer Zeit zu entlassen, wäre ein kostspieliges Eingeständnis eines Fehlers gewesen.

Nach einem Krisentreffen am Freitag in der Fabrik in Hinwil bei Zürich entband Döllner Wheatley schließlich mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben. „Dass er – und der Rest des Rennstalls – von Wheatleys geplantem Abgang zuerst aus den Medien erfuhren, wirft ein schlechtes Bild auf den CEO und sein Milliarden-Projekt“, kommentieren Beobachter die ungewöhnliche Kommunikation.

Binotto übernimmt nun auch Teamchef-Rolle

Mattia Binotto, der bisherige Projektleiter, wird nun zusätzlich die Funktion des Teamchefs übernehmen und das Team vor Ort bei den Rennen führen. Audi will die Turbulenzen schnell hinter sich lassen und mit sportlichen Erfolgen glänzen. Nach einem vielversprechenden Saisonauftakt in Australien, bei dem Gabriel Bortoleto als Neunter auf Anhieb Punkte einfahren konnte, soll beim Großen Preis von Japan am 29. März das nächste gute Ergebnis folgen.

Die Ingolstädter müssen nun beweisen, dass sie trotz des Führungswechsels ihre Ambitionen in der Königsklasse des Motorsports weiterverfolgen können. Die kommenden Rennen werden zeigen, ob die interne Restrukturierung die erhoffte Stabilität bringt.

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