Hollywood in Aufruhr: Paramount-Übernahme von Warner Bros. Discovery löst Sturm der Entrüstung aus
Der Hollywoodkonzern Warner Bros. Discovery hat der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance offiziell zugestimmt. Damit endet vorläufig ein Wirtschaftskrimi, der die Filmindustrie seit Monaten in Atem hält. Die ersten Reaktionen aus Hollywood, Politik und Gewerkschaften fallen jedoch äußerst kritisch aus und lassen einen langen Konflikt erahnen.
Schauspieler und Gewerkschaften schlagen Alarm
Der Oscar-prämierte Schauspieler Mark Ruffalo (»Poor Things«, »Spotlight«) äußerte sich deutlich: »Lasst uns bitte alle Generalstaatsanwälte zusammenbringen und darüber sprechen, wie dies den Wettbewerb in der Branche zerstören und zu sinkenden Löhnen und einer geringeren Produktqualität für die Verbraucher führen wird.« Ruffalo spricht damit die zentrale Sorge vieler Filmschaffender an: Eine Fusion zweier Hollywood-Giganten könnte den Wettbewerb nachhaltig verzerren und letztlich auch für Kinobesucher spürbare Folgen haben – nämlich schlechtere oder weniger Filme.
Noch schärfer formuliert es die Writers Guild, die Gewerkschaft der Drehbuchautoren Hollywoods. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es unmissverständlich: Die Vereinigung »muss verhindert werden«. Weiter argumentiert die Gewerkschaft: »Der Verlust des Wettbewerbs wäre eine Katastrophe für Autoren, Konsumenten und die gesamte Unterhaltungsindustrie.«
Politische Warnungen vor kartellrechtlichem Desaster
Auch aus der Politik kommen deutliche Warnsignale. Beobachter werten den bevorstehenden Deal als strategischen Sieg für US-Präsident Donald Trump, was die politische Brisanz zusätzlich erhöht.
Der demokratische Senator aus Kalifornien, Adam Schiff, äußerte sich besorgt: »Was für Netflix galt, gilt auch heute noch für Paramount. Die Fusion zweier der größten Hollywoodstudios muss strengsten Prüfungen unterzogen werden, frei von politischem Einfluss des Weißen Hauses, um ihre Auswirkungen auf amerikanische Arbeitsplätze, die Meinungsfreiheit und die Zukunft eines der wichtigsten Exportgüter unseres Landes zu ermitteln.«
Seine Kollegin Elizabeth Warren, ebenfalls demokratische Senatorin, formulierte noch drastischer: »Eine Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. wäre ein kartellrechtliches Desaster und würde zu höheren Preisen und weniger Auswahl für amerikanische Familien führen. Eine Handvoll Trump-naher Milliardäre versucht, die Kontrolle darüber zu erlangen, was Sie sehen, und Ihnen jeden beliebigen Preis abzuverlangen.«
CNN als politischer Zankapfel
Besonders brisant ist im Bieterkampf das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, der regelmäßig kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet. Trump hatte bereits im Dezember gefordert, dass CNN bei einem möglichen Deal unbedingt den Besitzer wechseln müsse. Kritiker des ehemaligen Präsidenten befürchten nun, dass der Sender unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Die Fusion markiert einen Wendepunkt in der Medienlandschaft und wirft grundlegende Fragen zur Zukunft des Wettbewerbs in der Unterhaltungsindustrie auf. Während die Verträge unterschrieben sind, steht der eigentliche Machtkampf um die Auswirkungen dieser historischen Übernahme erst noch bevor.



