Kostspielige Doppelausstrahlung: Politiker zögern den UKW-Abschied hinaus
Seit Jahren wird das Ende der analogen Radiotechnik UKW angekündigt, doch der Betrieb läuft unvermindert weiter. Diese parallele Ausstrahlung von UKW und dem moderneren digitalen Standard DAB+ verursacht immense Kosten – eine direkte Folge politischen Zögerns, weil niemand unpopuläre Entscheidungen treffen möchte.
Ministerpräsidenten fordern Einsparungen, verschleppen aber selbst
Die Ministerpräsidenten der Länder drängen zu Recht auf Einsparungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie hoffen, dass durch die Verschläfung von Verwaltungen und den Abbau von Doppelstrukturen der Anstieg des Rundfunkbeitrags verhindert oder gedämpft werden kann. Doch dabei vergessen sie oft, dass sie selbst wesentliche Vorgaben machen können. Wichtige Strukturentscheidungen werden von den Ministerpräsidenten und Landtagen verschleppt, weil die Politiker unpopuläre Maßnahmen fürchten.
UKW versus DAB+: Ein technischer und finanzieller Konflikt
Experten sind sich einig, dass DAB+ der Radio-Standard der Zukunft ist. Die Übertragungsqualität ist deutlich besser und der Energieverbrauch wesentlich geringer. Dennoch sehen viele Nutzer keinen Grund für einen Wechsel, da ihnen das bisherige UKW-Angebot vollkommen ausreicht. In der Folge betreiben die öffentlich-rechtlichen Anstalten zwei Systeme parallel – eine kostspielige Doppelstruktur.
Technisch wäre es ein Leichtes, nach einer festzulegenden Frist UKW abzuschalten und damit schnell erhebliche Geldsummen einzusparen. Doch wagen will es keiner, weil von denen, die ihre bewährten UKW-Radios nicht austauschen möchten, heftige Proteste zu erwarten wären.
Schleswig-Holstein als Vorbild: Politische Einigung spart Geld
Die Länder sollten daher einen Blick nach Schleswig-Holstein werfen. Dort ist ein politischer Konsens gelungen, der viel Geld spart und als Modell für andere Bundesländer dienen könnte. Diese Einigung zeigt, dass durch entschlossenes Handeln und klare Vorgaben erhebliche Einsparungen möglich sind, ohne die Qualität des Rundfunks zu beeinträchtigen.
Die fortwährende Verzögerung des UKW-Abschieds ist ein klassisches Beispiel dafür, wie kurzfristige politische Rücksichtnahmen langfristige finanzielle Belastungen verursachen. Eine mutige Entscheidung könnte nicht nur den Rundfunkbeitrag stabilisieren, sondern auch den Weg für eine moderne, effiziente Radiotechnik ebnen.



