Lisa Kudrow: Zehn Tage nach Geburt zurück am Set – Friends-Star kritisiert 90er-Jahre-Arbeitskultur
Lisa Kudrow: Zehn Tage nach Geburt zurück am Set

Friends-Star Lisa Kudrow: Nur zehn Tage Mutterschutz in den Neunzigern

Die Serie Friends löst bei vielen Fans nostalgische Gefühle für die Neunzigerjahre aus. Für Schauspielerin Lisa Kudrow sind die Erinnerungen an diese Zeit jedoch deutlich belastender. In einem aktuellen Interview mit CBS Sunday Morning berichtet die Darstellerin der Phoebe Buffay von extremen Arbeitsbedingungen, die sie kurz nach der Geburt ihres Sohnes durchleben musste.

Kein Mutterschaftsurlaub in Hollywood

Im Mai 1998 brachte Lisa Kudrow ihren Sohn Julian zur Welt. Bereits zehn Tage später stand sie wieder vor der Kamera – zunächst in der The Tonight Show, kurz darauf bei einem wichtigen Meeting für den Mafiafilm Reine Nervensache. Ihre Agenten hatten ihr versichert, die Dreharbeiten würden erst im Juli beginnen, was sie als keine große Sache bezeichneten. Kudrow stimmte zu, in der Hoffnung, bis dahin wieder fit zu sein.

Doch die Realität sah anders aus. Billy Crystal, einer der Hauptdarsteller des Films, fragte sie zwar, ob sie die Belastung schaffen könne, kündigte dann aber an, dass der Dreh bereits wenige Tage später starten würde. Statt ihre Szenen später nachzudrehen, musste Kudrow umgehend nach New York fliegen.

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„Es war eine Zeit, in der die Arbeit Vorrang hatte“

In ihrem Interview beschreibt Kudrow die turbulente Zeit nach der Geburt. Die Eltern ihres Mannes waren aus Frankreich zu Besuch, und alle um sie herum bestärkten sie in der Entscheidung, sofort wieder zu arbeiten. Alle um mich herum sagten: Natürlich kannst du das, erinnert sich die Schauspielerin. Sie selbst hatte massive Zweifel: Das geht doch nicht! Ich habe ein Neugeborenes!

Heute betrachtet Kudrow diese Episode mit kritischem Abstand. Es ist verrückt, sagt sie, heute würde ich das nie tun. Sie erklärt, dass sie sich damals einfach der vorherrschenden Meinung untergeordnet habe. Groll hegt sie jedoch nicht: Ich bin auf niemanden wütend.

Stattdessen analysiert sie die damalige Arbeitskultur: Es war eine Zeit, in der die Arbeit Vorrang hatte und sich alles andere danach richten musste. Das war damals der Ethos. Diese Einstellung sei charakteristisch für die Neunzigerjahre in Hollywood gewesen.

Reflexion über Veränderungen in der Filmindustrie

Lisa Kudrow nutzt das Interview auch, um auf positive Entwicklungen hinzuweisen. Sie beobachtet, wie sehr sich Hollywood seit den Neunzigerjahren verändert hat. Die Sensibilität für die Bedürfnisse von Eltern, insbesondere von Müttern, sei deutlich gestiegen. Mutterschutz und familienfreundliche Arbeitsbedingungen hätten heute einen anderen Stellenwert.

Ihre persönliche Erfahrung steht exemplarisch für eine Ära, in der Karriere oft über persönliche Bedürfnisse gestellt wurde. Kudrows Offenheit in diesem Interview wirft ein Schlaglicht auf strukturelle Probleme, die lange Zeit in der Unterhaltungsindustrie vorherrschten. Ihre Reflektionen laden dazu ein, über Fortschritte und weiterhin bestehende Herausforderungen in Arbeitsumgebungen nachzudenken.

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