Martensteins scharfsinnige Royals-Analyse in neuer BILD-Kolumne
Harald Martenstein (72) startet mit einer bemerkenswerten ersten Kolumne bei BILD. Der erfahrene Kolumnist wendet sich direkt an Prinz Andrew, der seit seiner Umbenennung in Andrew Mountbatten-Windsor im Fokus steht.
Das Dilemma des Ersatzkönigs
Martenstein zeichnet ein schonungsloses Bild vom Leben des britischen Prinzen. "Bei jedem Straftäter fragt man sich: Was hat ihn auf die schiefe Bahn gebracht? Bei Dir scheint mir das relativ klar", schreibt der Kolumnist mit charakteristischer Direktheit. Er sieht in Andrew ein Opfer seiner Geburt - reich und berühmt ohne eigene Leistungen, nur aufgrund der familiären Herkunft.
Der Vergleich mit dem Neuköllner Remmo-Clan fällt ebenso überraschend wie treffend: "Man wurde gezeugt, damit es notfalls Ersatz gibt für den großen Bruder." Martenstein beschreibt dies als "Scheißleben", bei dem echter Neid unangebracht sei. Die Analogie zum Ersatzbank-Fußballer, der durch ständige Reservistenrolle psychisch leidet, unterstreicht seine These vom strukturellen Problem royaler Nachgeborener.
Die tragische Komik royaler Abhängigkeiten
Besonders pikant: Martenstein erinnert an den Vorfall, als Andrew mit fast 70 Jahren nach seiner Mutter rief, als man ihn aus seiner Residenz werfen wollte - "stopp, ich bin ein Sohn der Queen!" Diese Szene symbolisiere für den Kolumnisten die ganze Tragik einer Existenz als lebenslanger Ersatzspieler im royalen Betrieb.
"Manche Typen machen schlimme Dinge und tun einem gleichzeitig leid", resümiert Martenstein mit ungewöhnlichem Mitgefühl. "Irgendwo, tief drin, bist Du ein armer Teufel." Diese ambivalente Bewertung zeigt Martensteins Fähigkeit, zwischen moralischer Verurteilung und psychologischem Verständnis zu balancieren.
Der überraschende Vorschlag für Harry
In typisch Martenstein'scher Manier folgt ein völlig unerwarteter Gedankensprung: Die Idee, Prinz Harry zum deutschen Bundespräsidenten zu machen. "Wir Krauts haben Ersatzkönige, we call them President", schreibt er mit trockenem Humor. Zwar hätten auch diese nicht viel zu sagen, aber es sei "immerhin ein solider Job".
Martenstein würde "gern Harry vorm Untergang retten" und findet: "Harry wäre ein cooler Bundespräsident." Sofort wirft er die juristische Machbarkeitsfrage auf und erkennt dann das nächste Problem: "Es soll ja unbedingt eine Frau werden." Die Alternative Meghan als Bundespräsidentin wäre für Harry ebenfalls keine Lösung, wie er lakonisch anmerkt.
Eine Kolumne zwischen Gesellschaftskritik und Galgenhumor
Martensteins erster BILD-Beitrag beweist, dass der 72-Jährige nichts von seiner analytischen Schärfe und seinem sarkastischen Witz verloren hat. Er verbindet:
- Schonungslose Royals-Kritik
- Soziologische Betrachtungen über Ersatzrollen
- Überraschende kulturelle Vergleiche
- Politischen Humor mit Bundespräsidenten-Vorschlag
Die Kolumne endet mit "Herzliche Grüße, Harald Martenstein" - eine höfliche Verabschiedung nach einer Tour de Force durch royalen Irrsinn, deutsche Politik und menschliche Abgründe. Ein gelungener Auftakt, der Leser zum Nachdenken und Schmunzeln bringt.



