Martensteins satirische Provokation: Kolumnist solidarisiert sich mit Jan Fleischhauer
Martenstein solidarisiert sich mit Fleischhauer in Justizaffäre

Martensteins satirische Solidaritätsbekundung in Justizaffäre

Harald Martenstein (72) hat in seiner neuen täglichen Kolumne für BILD eine bemerkenswerte Stellungnahme zur aktuellen Justizaffäre um seinen Kollegen Jan Fleischhauer veröffentlicht. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fleischhauer, weil er in satirischer Absicht für die AfD-Jugend die Formulierung „Generation Deutschland erwache“ verwendet haben soll.

Überzogene Vorwürfe und breite Solidarität

Martenstein bezeichnet den Vorwurf, sein Kollege habe nazimäßig eine Naziparole verwendet, als „über alle Maßen bizarr“. Diese Einschätzung teile inzwischen ganz Deutschland, das sich mit Fleischhauer solidarisiere. „Natürlich auch ich“, betont der Kolumnist. Lediglich die AfD zögere mit einer Solidaritätsbekundung, was Martenstein als verständlich einstuft.

Der Autor macht dabei kein Hehl aus einer gewissen Ambivalenz seiner Gefühle. „Ich muss etwas Peinliches gestehen. Ich bin ein bisschen neidisch auf Jan“, schreibt Martenstein. Professoren, Autoren, Blogger und Musiker würden derzeit reihenweise mit gagamäßigen Nazivorwürfen der Justiz oder von durchgeknallten Meldestellen konfrontiert – was riesige Aufmerksamkeit generiere.

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Satirische Selbstversuche und ironische Warnungen

In typisch martensteinscher Manier unternimmt der Kolumnist daraufhin mehrere satirische Selbstversuche, um vielleicht doch noch in den Genuss justizieller Aufmerksamkeit zu kommen:

  • „Lastenräder müssen rollen für den Sieg gegen den Klimawandel.“
  • „Eine deutsche Frau raucht nicht, auch nicht auf dem Bahnsteig.“
  • „Ich suchte auf dem Gipfel des Mount Everest das Heil, mein Führer riet ab.“

Abschließend gibt Martenstein praktische Ratschläge für den Fall einer Hausdurchsuchung im Morgengrauen: „Bitte mehrmals klingeln, nicht gleich die Tür eintreten. Ich höre nicht gut. Geweckt werde ich üblicherweise mit ‚Deutscher Kolumnist, erwache!‘ Dann erst Kaffee.“

Die Kolumne endet mit herzlichen Grüßen des Autors und der Einladung an Leser, ihre Meinung direkt an Martenstein zu richten. Der Beitrag stellt eine scharfe Kritik an der aktuellen Justizpraxis dar, während er gleichzeitig die absurden Mechanismen öffentlicher Aufmerksamkeitsökonomie ironisch reflektiert.

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