Rapperin Nicki Minaj im Fokus: Verdacht auf koordinierte Bot-Kampagne zur Unterstützung ihrer Trump-Haltung
Die US-amerikanische Rapperin Nicki Minaj, die sich in den letzten Monaten als glühende Unterstützerin des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump positioniert hat, steht im Zentrum einer neuen Kontroverse. Ein aktueller Bericht des israelischen Unternehmens Cyabra, das auf die Aufdeckung von Desinformation und gefälschten Accounts spezialisiert ist, wirft ernsthafte Fragen über die Authentizität ihres Online-Echos auf.
Von LGBTQ-Verbündeter zur Trump-Anhängerin
Die 43-jährige Musikerin, die früher als Verbündete der LGBTQ-Community galt und Trumps Einwanderungspolitik offen kritisierte, hat in jüngster Zeit einen deutlichen politischen Kurswechsel vollzogen. In einem von FOX übertragenen Gespräch mit Erika Kirk, der Witwe des erschossenen Charlie Kirk, erklärte Minaj Ende Dezember: "Diese Regierung ist voller Menschen mit Herz und Seele. Sie machen mich stolz."
Donald Trump erwiderte dieses Lob wenige Wochen später im Januar 2026 und bezeichnete Minaj als "eine großartige Unterstützerin. Sie ist so gut, sie ist MAGA. Sie war schon die ganze Zeit an unserer Seite." Erst vor wenigen Tagen postete die Rapperin auf X ein Bild einer handsignierten Bibel von Trump mit der Beschreibung: "Eines der bedeutungsvollsten Geschenke, die ich je in meinem Leben erhalten habe."
Systematische Verstärkung durch Fake-Accounts
Laut dem Cyabra-Bericht, über den zuerst "Politico" berichtete, soll zwischen dem 11. November und dem 28. Dezember des vergangenen Jahres ein koordiniertes Netzwerk von mehr als 18.000 gefälschten Accounts Minajs Beiträge auf X systematisch verbreitet und kommentiert haben. Von den 55.469 untersuchten Profilen stufte das Unternehmen knapp ein Drittel als gefälscht ein – mit einer Sicherheitswahrscheinlichkeit von etwa 85 Prozent.
Besonders auffällig: Solch hohe Anteile unechter Aktivität sind laut Cyabra normalerweise nur im Umfeld von Kriegen oder Präsidentschaftswahlen zu beobachten. Im Zusammenhang mit Prominenten oder der Musikindustrie sei das Auftreten von Bot-Netzwerken in dieser Größenordnung äußerst ungewöhnlich.
Strategie zur Image-Pflege statt politischer Botschaften
Die Analyse kommt zu einem interessanten Schluss: Die Kampagne zielte weniger darauf ab, spezifische MAGA-Botschaften zu verbreiten, als vielmehr Minajs öffentliches Ansehen zu stärken. "Die Kampagne konzentrierte sich darauf, die sichtbare Unterstützung für Nicki Minaj zu verstärken, insbesondere in Beiträgen, die Kritik hervorriefen – um den Anschein einer breiten öffentlichen Zustimmung und einer unterstützenden Fangemeinde zu erwecken", heißt es in dem Bericht.
Die Kommentare der Fake-Accounts waren überwiegend kurz, repetitiv und von geringer semantischer Komplexität. Sie enthielten lobende Schlüsselwörter und positive Hashtags statt origineller oder substanzieller Beiträge. Ein Beispiel ist der Account @LAX76283656, den Cyabra als gefälscht einstuft und der schrieb: "Nicki, du bist mutig, weil du deine Wahrheit lebst. Die Leute mögen nicht immer damit einverstanden sein, was sich gerade abspielt, aber als Künstlerin und wenn man deine Entwicklung als Person beobachtet, ist das inspirierend."
Quantitative Auswirkungen und Reaktionen
Für den 26. Dezember identifizierte Cyabra, dass 56 Prozent aller Kommentare zu politischen Beiträgen Minajs von gefälschten Profilen stammten. Diese Zahlen werfen Fragen über die Authentizität der Online-Unterstützung für die Rapperin auf.
Anfragen von "Politico" an Minajs Team blieben unbeantwortet. Stattdessen meldete sich Alex Brusewitz, Medien- und Politikberater Trumps, zu Wort und bezeichnete die Story auf X als "100 % BS!" Er argumentierte: "Nicki Minaj, die berühmteste Rapperin aller Zeiten, braucht keine 'Bots' um sich in den sozialen Medien zu promoten."
Wer den Cyabra-Bericht in Auftrag gegeben hat, bleibt unklar. Die anonyme Person wollte laut "Politico" aus Angst vor öffentlichen Vergeltungsmaßnahmen nicht genannt werden. Diese Entwicklung zeigt, wie soziale Medien zunehmend zum Schauplatz orchestrierter Unterstützungskampagnen werden, die die Grenzen zwischen authentischer öffentlicher Meinung und inszenierter Zustimmung verwischen.



