ORF-Generaldirektor Roland Weißmann tritt nach Vorwürfen einer Mitarbeiterin zurück
Beim österreichischen Rundfunk (ORF) hat es an der Spitze ein unerwartetes Beben gegeben: Der langjährige Medienmanager Roland Weißmann (57) ist mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Generaldirektor zurückgetreten. Dieser überraschende Schritt erfolgte nach Vorwürfen einer Mitarbeiterin wegen angeblich unangemessenen Verhaltens im beruflichen Umfeld – Anschuldigungen, die Weißmann entschieden bestreitet.
Amtszeit endet abrupt nach internen Beschwerden
Noch vor wenigen Tagen galt Weißmann als der mächtigste Mann im österreichischen Fernsehen. Seit dem Jahr 2022 stand er an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders, doch nun endet seine Amtszeit abrupt und ungeplant. Auslöser ist eine interne Beschwerde: Eine Mitarbeiterin wirft ihm Fehlverhalten zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2022 vor. Diese Vorwürfe wurden innerhalb des ORF bekannt und führten zu internen Untersuchungen.
Der Stiftungsrat des ORF reagierte offenbar schnell auf die Situation und forderte den Rücktritt des Generaldirektors. Weißmann selbst wies die Anschuldigungen zwar zurück, zog dennoch die Konsequenzen und stellte sein Amt zur Verfügung. Sein erklärtes Ziel war es, Schaden vom traditionsreichen Sender abzuwenden und zu verhindern, dass die Debatte weiter über dem ORF schwebt.
Radiodirektorin Ingrid Thurnher übernimmt kommissarisch
Für den ORF bedeutet dieser Rücktritt eine deutliche Zäsur. Erst 2022 hatte Weißmann das Amt übernommen, nachdem er zuvor unter anderem als Vize-Finanzdirektor des ORF und Geschäftsführer von ORF.at tätig gewesen war. Wie es nun an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders weitergeht, müssen die ORF-Gremien entscheiden. Klar ist, dass die Vorwürfe und der Rücktritt für erhebliche Unruhe am Wiener Küniglberg, dem Sitz des ORF, sorgen.
Laut ORF-Gesetz bestimmt der Stiftungsrat im Fall einer Vakanz eine geeignete Person, die den Sender bis zur Wahl eines neuen Generaldirektors kommissarisch führt. Diese Aufgabe soll nun Radiodirektorin Ingrid Thurnher (63) übernehmen. Sie wird damit vorübergehend die Geschicke des ORF lenken, während die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für Weißmann beginnt.
Die Entwicklung unterstreicht die sensiblen Herausforderungen, mit denen Medienorganisationen im Umgang mit internen Vorwürfen konfrontiert sind. Der ORF steht nun vor der Aufgabe, die Führungskrise zu bewältigen und das Vertrauen in die Senderleitung wiederherzustellen.



