Breites Bündnis fordert entschlossene Maßnahmen gegen digitale Gewalt
Ein beeindruckendes Bündnis aus 250 prominenten Frauen aus Politik, Kultur und Gesellschaft hat sich zusammengeschlossen, um schärfere Gesetze gegen Deepfakes und Femizide zu fordern. Zu den Unterzeichnerinnen gehören Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, Sängerin Nina Chuba und Comedian Carolin Kebekus. Die Initiative wurde durch den Fall der Schauspielerin Collien Fernandes ausgelöst, bei dem Hunderte gefälschte Pornoaufnahmen im Internet kursieren.
10-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt
Die prominenten Frauen haben einen detaillierten 10-Punkte-Plan vorgelegt, der umfassende Reformen im Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt fordert. Der Plan adressiert sowohl rechtliche Lücken als auch präventive Maßnahmen und Unterstützungsangebote für Betroffene. Im Zentrum stehen verschärfte Strafverfolgung, verbesserte Opferschutzmechanismen und eine intensivierte Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft.
Der Fall Fernandes dient als trauriges Beispiel für die dringende Notwendigkeit solcher Maßnahmen. Die Schauspielerin ist seit Monaten mit massiven Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte konfrontiert, ohne dass ausreichende rechtliche Instrumente zur Verfügung stehen. Die Initiative betont, dass digitale Gewalt insbesondere Frauen trifft und oft in einem toxischen Zusammenhang mit realer Gewalt steht.
Forderungen nach schnellen Gesetzesänderungen
Zu den konkreten Forderungen des Plans gehören:
- Die Einführung spezifischer Straftatbestände für die Erstellung und Verbreitung von Deepfakes ohne Einwilligung.
- Verschärfte Strafen für digitale sexualisierte Gewalt, die der Schwere der Tat angemessen sind.
- Verbesserte Melde- und Löschverfahren auf Plattformen, um betroffene Inhalte schneller entfernen zu können.
- Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Opfer digitaler Gewalt.
- Intensivierung der Forschung und Datenerhebung zu Femiziden und digitaler Gewalt gegen Frauen.
Das Bündnis drängt auf eine schnelle Umsetzung der geforderten Reformen und appelliert an die Bundesregierung, dieses Thema mit höchster Priorität zu behandeln. Die prominenten Frauen machen deutlich, dass es nicht nur um rechtliche Anpassungen geht, sondern auch um einen gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Gewalt gegen Frauen.



