Zum 100. Geburtstag: Vertraute erinnern sich an Queen Elizabeth II.
Am 21. April wäre Queen Elizabeth II., die bis heute berühmteste Frau der Welt, 100 Jahre alt geworden. Die Monarchin, die 96 Jahre alt wurde und unglaubliche 70 Jahre auf dem Thron saß, wird nicht nur vom Volk verehrt, sondern auch von ihren engsten Mitarbeitern. In einer neuen ZDF-Dokumentation verraten Menschen aus ihrem inneren Kreis nun intime Details über die Frau hinter der Krone.
Eine disziplinierte Herrscherin mit gesunder Work-Life-Balance
Mehr als 300 Termine pro Jahr absolvierte die zierliche, aber äußerst disziplinierte Königin mit Ruhe und höchster Konzentration. Stress ließ sie sich nie anmerken. Ihre langjährige Privatsekretärin Samantha Cohen, die knapp 18 Jahre für sie arbeitete, beschreibt in der Doku „Die Queen und ich“ eine Monarchin mit ausgeglichenem Lebensstil.
„Die Queen hatte eine gesunde Work-Life-Balance und Freude an ihren Hobbys“, sagt Cohen. „Sie liebte ihre Pferde und Hunde, sah gern fern und nahm sich immer genug Zeit dafür. Das war ihr wichtiger Ausgleich.“
Präzise Planung und kooperative Führung
Cohen, die bis in die Führungsebene des englischen Königshauses aufstieg, erstellte Terminpläne in präzisen Fünf- oder Zehn-Minuten-Blöcken. „Wir mussten Sicherheitsaspekte berücksichtigen und dabei Medien sowie Öffentlichkeit zufriedenstellen“, schildert sie. „Es ist wie eine Show: Die Performance muss perfekt sein.“ Über ihre Chefin sagt sie schmunzelnd: „Sie war eine sehr kooperative Chefin.“
Die Corgis als Eisbrecher
Bei Terminen im Schloss oder Londoner Palast waren stets die geliebten Corgis der Queen dabei. „Sie waren Teil des Palastlebens, saßen beim Essen unter dem Tisch und nahmen Besuchern die Angst“, erklärt Cohen. „Die Königin wollte, dass Besucher das Gefühl hatten, zu ihr nach Hause zu kommen.“
Eine unkomplizierte Kundin für ihren Schneider
Noch intimer waren die Begegnungen mit Hofschneider Stewart Parwin, der zwei Jahrzehnte lang für die Monarchin arbeitete. „Die Königin war eine wirklich unkomplizierte Kundin“, urteilt er. „Sie überließ mir die Entscheidungen. Der Schnitt durfte natürlich nicht unbequem sein, aber ansonsten war ich für den Look verantwortlich.“
Die Anproben verliefen stets diskret durch das Untergeschoss des Buckingham-Palasts. „Alle Kleider werden ausgepackt und bereitgelegt. Und wenn es soweit ist, ist man ganz allein mit der Königin. Sehr intim und sehr privat. Das war unglaublich“, erinnert sich Parwin.
Das letzte Kostüm und die letzten Tage
Das letzte Outfit, das Parwin für sie schneiderte, war das leuchtendgrüne Kostüm für die Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum. „Da war sie so ganz sie selbst, dass ich niemals gedacht hätte, dass es das letzte Mal ist, dass ich sie sehe“, sagt er mit Tränen in den Augen.
Ihren letzten Sommer 2022 verbrachte die Queen auf Schloss Balmoral in Schottland. Rennpferdeberater John Warren, ein enger Vertrauter seit Jahrzehnten, besuchte sie dort. „Die Königin war nicht besonders mobil, aber geistig fit wie immer“, berichtet er. „Wir verbrachten viele Stunden miteinander. Ich reiste am Montag ab, wir telefonierten wieder am Dienstag, da war sie wie immer.“ Zwei Tage später, am 8. September 2022, starb Queen Elizabeth II. Ihre Beisetzung am 19. September beendete eine historische Ära.



