Nach Dschungelcamp-Sieg: RTL-Chef gesteht Fehler im Umgang mit Gil Ofarim ein
RTL-Chef räumt Fehler bei Gil Ofarim nach Dschungelcamp-Sieg ein

RTL-Chef gesteht Versäumnisse nach Ofarims Dschungelcamp-Sieg ein

Rund zwei Monate nach dem umstrittenen Sieg von Gil Ofarim (43) im RTL-Dschungelcamp hat der Sender jetzt öffentlich Fehler im Umgang mit dem Musiker eingeräumt. RTL-Deutschland-CEO Stephan Schmitter (52) sprach im Interview mit dem Medienmagazin DWDL über Versäumnisse bei der redaktionellen Aufarbeitung des Davidstern-Skandals, der Ofarims Teilnahme von Anfang an überschattet hatte.

Umstrittene Teilnahme und fehlende Einordnung

Schon vor Beginn der Dschungelcamp-Staffel war Ofarims Teilnahme wegen des Davidstern-Skandals aus dem Jahr 2021 breit diskutiert worden. Der Musiker hatte damals in einem Instagram-Video behauptet, von einem Hotelmitarbeiter in Leipzig antisemitisch beleidigt worden zu sein, weil er eine Davidstern-Kette trug. Der beschuldigte Mitarbeiter bestritt die Vorwürfe vehement, und spätere Überwachungsaufnahmen zeigten nicht, dass Ofarim die Kette tatsächlich getragen hatte.

Während der gesamten Dschungelcamp-Staffel wurde Ofarims Vergangenheit sowohl im Camp als auch unter den Zuschauern immer wieder thematisiert. Ofarim selbst äußerte sich dazu lange kaum und berief sich auf eine angebliche Verschwiegenheitserklärung, die sich später als Unterlassungserklärung herausstellte. Später stellte er sogar das ursprüngliche Beweisvideo aus dem Hotel infrage und behauptete, es sei manipuliert worden.

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RTL-Chef: "Da hätten wir reagieren müssen"

Jetzt gesteht RTL-Chef Schmitter ein, dass der Sender an bestimmten Stellen hätte reagieren müssen. "Natürlich haben wir das intern reflektiert", sagt Schmitter. "Das Team vor Ort in Australien hat das Thema an vielen Stellen in den Sendungen sehr gut verarbeitet." Gleichzeitig räumt er ein, dass es "ein, zwei Sendungen" gegeben habe, in denen zugespitzte Behauptungen gefallen seien, ohne dass direkt in der Livesendung reagiert wurde.

Aus heutiger Sicht, so Schmitter, "wäre es an der einen oder anderen Stelle besser bzw. richtig gewesen, die Fakten direkt in der Livesendung klarzustellen und nicht nur in der 'Stunde danach'." Und weiter: "Da hätten wir in Köln redaktionell reagieren müssen. Und sei es nur mit einer Bauchbinde."

Staatsanwaltschaft wies Ofarims Aussagen zurück

Die Staatsanwaltschaft hatte Ofarims spätere Aussagen zu angeblichen Manipulationen der Beweisaufnahmen als bloße "Wiederholungen von Vermutungen und Andeutungen" bezeichnet. Der damals beschuldigte Hotelmitarbeiter zeigte sich in einem Interview mit der "Zeit" fassungslos über Ofarims Verhalten: "Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich."

Für seine Teilnahme am Dschungelcamp soll Ofarim nach Informationen der BILD mehr als 350.000 Euro brutto erhalten haben. Mit seinem überraschenden Sieg am 9. Februar 2026 kamen noch einmal 100.000 Euro Preisgeld hinzu. Die Dschungelkrone hatte Ofarim trotz der anhaltenden Kontroversen um seine Person gewonnen.

Schmitters Äußerungen markieren die erste umfassende Stellungnahme von RTL-Spitzen zu den Versäumnissen im Umgang mit dem Ofarim-Fall. Der Senderchef betonte zwar die gute Arbeit des Teams vor Ort, machte aber deutlich, dass in der redaktionellen Nachbereitung bestimmter Sendungen Fehler unterlaufen seien, die heute anders bewertet würden.

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