Stalking-Horror bei Twitch-Star HoneyPuu: Besessener Fan terrorisiert Streamerin seit 18 Monaten
Stalking-Horror bei Twitch-Star HoneyPuu: 18 Monate Terror

Stalking-Horror bei Twitch-Star HoneyPuu: Besessener Fan terrorisiert Streamerin seit 18 Monaten

Seit anderthalb Jahren lebt die erfolgreiche deutsche Streamerin HoneyPuu (bürgerlich Isabell Schneider, 26) in einem Albtraum. Ein besessener Fan überschreitet systematisch alle Grenzen und terrorisiert die Influencerin mit Millionen Followern, obwohl es nie zu einem persönlichen Treffen oder Kontakt kam. Der Mann bildet sich eine besondere Beziehung zu der Twitch-Persönlichkeit ein und lebt seine Besessenheit öffentlich aus.

Parasoziale Beziehung kippt ins Extrem

Isabell Schneider, die unter ihrem Künstlernamen HoneyPuu zu den erfolgreichsten Twitch-Stars Deutschlands zählt, verfügt plattformübergreifend über etwa drei Millionen Follower. Diese enorme Reichweite zeigt jedoch eine bedrohliche Schattenseite: Ein Fan hat die sogenannte parasoziale Beziehung – eine einseitige emotionale Verbindung zu Medienpersönlichkeiten – in ein erschreckendes Extrem verwandelt. Der Stalker stellt der Streamerin öffentlich auf Social Media nach, wobei er bei Kontosperrungen einfach neue Accounts eröffnet.

Die Belästigung nimmt täglich neue Formen an: Der Mann bekundet seine Liebe, schildert explizite sexuelle Fantasien, reagiert wütend auf Interaktionen HoneyPuus mit männlichen Streamern, beleidigt, fordert Zuwendung ein und droht. Diese Attacken erfolgen über Nachrichten, Posts und Videos, teilweise mehrmals täglich. Besonders verstörend: Clips dieser Belästigungen gehen auf Social Media sogar viral und erreichen so ein noch größeres Publikum.

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Beruf und Privatleben verschmelzen zum Horrorszenario

Da HoneyPuu ihre Leidenschaft für Gaming und Unterhaltung zum Beruf gemacht hat, findet ihre gesamte Karriere auf Social-Media-Plattformen statt. Genau dort lauert der Stalker und beobachtet jede ihrer Bewegungen. Fast jedes Wort, jede Geste während der Livestreams interpretiert er als persönliche Botschaft an sich selbst. Was eigentlich unterhaltsame Interaktionen mit der Community sein sollten, werden durch diesen ständigen Terror überschattet.

„Ein Horrorszenario, unter dem sie seit anderthalb Jahren leidet“, beschreibt die Situation. Die Streamerin hat den Täter bereits angezeigt, der Fall liegt bei der Polizei. Dennoch bleibt die Belästigung allgegenwärtig, da die strafrechtliche Verfolgung von Cyberstalking trotz gesetzlicher Verschärfungen im Jahr 2021 oft zäh und langwierig verläuft.

Verharmlosung auf Social Media verschärft die Krise

Statt die bedrohliche Situation ernst zu nehmen, wird auf Social Media zusätzliches Öl ins Feuer gegossen. Wenn HoneyPuu Inhalte postet, fragen Nutzer nach ihrem Stalker, witzeln über die Situation oder erstellen mit KI-Technologie gefälschte Pärchenbilder. Noch bedenklicher: Einige User bestärken den Mann aktiv in seinem Verhalten, indem sie ihm in Kommentaren suggerieren, er müsse nur hartnäckig genug sein, um sein Ziel zu erreichen.

Auch innerhalb der Streaming-Community wird die Gefahr offenbar unterschätzt. YouTuberin Jasmin „Gnu“ Sibel (36) kritisierte kürzlich in einem Video, dass Kollegen wie Knossi (bürgerlich Jens Knossalla, 39) die Situation vor Tausenden Zuschauern ansprachen und den Fall später in einer Spielrunde ins Lächerliche zogen. Diese Verharmlosung steht in krassem Gegensatz zur Realität: Stalking ist eine ernste Straftat, die seit 2007 auch im Cyberbereich verfolgt wird und in Extremfällen tödlich enden kann.

Appell zu mehr Verantwortung und Empathie

Gnu fordert in ihrem Statement eindringlich mehr Vernunft und Empathie von der Community: „Am Ende sind vielleicht wir alle Mittäter und wir sollten es auf keinen Fall so weit kommen lassen, bis am Ende vielleicht was passiert.“ Dieser Appell unterstreicht die kollektive Verantwortung, Bedrohungssituationen ernst zu nehmen und nicht durch Verharmlosung oder sogar Bestärkung zu eskalieren.

Der Fall HoneyPuu zeigt deutlich, wie die vermeintliche Nähe zu Influencern durch Social Media gefährliche Formen annehmen kann. Während die Streamerin weiterhin unter dem Terror leidet und auf rechtliche Schritte setzt, bleibt die Frage, wie die Community mit solchen Bedrohungsszenarien umgehen sollte – und ob die aktuelle Gesetzeslage ausreichend Schutz vor digitaler Verfolgung bietet.

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