Hollywood-Star protestiert gegen unerlaubte Nutzung seiner Filme für Kriegspropaganda
Der bekannte US-Schauspieler und Regisseur Ben Stiller hat das Weiße Haus öffentlich aufgefordert, einen Ausschnitt aus seinem Film Tropic Thunder aus einem offiziellen Videoclip zum Iran-Krieg zu entfernen. In einem scharfen Statement auf der Plattform X betonte der Künstler, dass er niemals eine Genehmigung für die Nutzung erteilt habe und kein Interesse daran habe, Teil der Propaganda-Maschinerie der Regierung zu sein.
„Krieg ist kein Film“ – Stillers deutliche Worte
„Wir haben euch nie die Genehmigung gegeben und haben kein Interesse daran, ein Teil eurer Propaganda-Maschinerie zu sein“, schrieb Stiller in seinem Post. Mit dem prägnanten Satz „Krieg ist kein Film“ unterstrich er die Ernsthaftigkeit der Situation und distanzierte sich deutlich von der politischen Instrumentalisierung seiner künstlerischen Arbeit. Der Schauspieler, der für den 2008 veröffentlichten Film Tropic Thunder nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern auch das Drehbuch schrieb, produzierte und Regie führte, sieht seine kreative Integrität verletzt.
Propaganda-Video mit Filmausschnitten und realen Szenen
Das Weiße Haus hatte den umstrittenen Videoclip etwa eine Woche nach Beginn des Iran-Kriegs über X veröffentlicht und mit dem Kommentar „Gerechtigkeit auf amerikanische Art“ versehen. Der Clip zeigt eine Mischung aus:
- Ausschnitten aus populären Hollywood-Filmen wie Tropic Thunder, Top Gun und Iron Man 2
- Realaufnahmen von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und anderen offiziellen Szenen
Diese Kombination soll offenbar die Botschaft der US-Regierung unterstützen, doch die ungefragte Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials stößt auf massive Kritik.
Wiederholtes Muster der US-Regierung
Dies ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung bekanntes Musik- oder Filmmaterial ohne Genehmigung der Urheber für eigene Zwecke einsetzt. In der Vergangenheit haben bereits zahlreiche Stars ähnliche Beschwerden geäußert. Zuletzt kritisierte beispielsweise die Sängerin Sabrina Carpenter die unerlaubte Nutzung ihres geistigen Eigentums durch staatliche Stellen.
Die wiederholte Praxis wirft grundlegende Fragen auf:
- Zur Achtung des Urheberrechts durch Regierungsinstitutionen
- Zur ethischen Vertretbarkeit der Instrumentalisierung von Unterhaltungsmedien für Kriegspropaganda
- Zum Verhältnis zwischen Kunstschaffenden und politischer Macht
Ben Stillers deutliche Stellungnahme unterstreicht die wachsende Unzufriedenheit in der Unterhaltungsindustrie mit dieser Vorgehensweise und könnte weitere Künstler dazu bewegen, sich ähnlich zu positionieren.



