Sportmoderatorin Vanessa Huppenkothen in Sorge um mexikanische Heimat
Die deutsch-mexikanische Sportjournalistin Vanessa Huppenkothen (41) befindet sich aktuell in einem emotionalen Zwiespalt zwischen ihrer beruflichen Karriere und der Besorgnis um ihre mexikanische Heimat. Als eine der bekanntesten Sportreporterinnen Südamerikas, die regelmäßig für den Branchenriesen ESPN von Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft oder dem Super Bowl berichtet, hat sie gerade die Olympischen Spiele in Italien hinter sich gebracht. Doch statt sich von den sportlichen Höhepunkten zu erholen, blickt sie mit wachsender Unruhe auf die Entwicklungen in Mexiko.
Chaotische Zustände nach Tötung von Drogenboss
Auslöser der aktuellen Krise ist die Tötung des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera (59), der unter dem Namen „El Mencho“ bekannt war und ein mächtiges Drogenkartell anführte. Bei einem Militäreinsatz am vergangenen Sonntag wurde Oseguera getötet, was eine Welle der Gewalt durch seine Anhänger auslöste. „Das, was ich sehe, sieht nicht gut aus“, erklärt Huppenkothen in einem Interview. „Mexiko-Stadt soll zwar unter Kontrolle sein, aber in großen Metropolen wie Guadalajara, Puerto Vallarta oder Michoacán brennt es.“
Die Bilder der Unruhen zeigen bewaffnete Sicherheitskräfte auf den Straßen, brennende Tankstellen und Geschäfte sowie errichtete Straßensperren. Sogar Berichte über Jagden auf Touristen kursieren. Huppenkothen, die mit einem einflussreichen Flughafen-Chef verheiratet ist, steht in ständigem Kontakt mit Freunden und Kollegen vor Ort und beschreibt die Situation als „unübersichtlich“. „Die Menschen vor Ort haben große Angst, wie sich die Situation entwickelt. Ich habe auch Angst um mein Land“, fügt sie hinzu.
Zwischen Deutschland und Mexiko: Eine persönliche Geschichte
Vanessa Huppenkothen wurde in Mexiko-Stadt als Tochter einer Mexikanerin und des deutschen Geschäftsmannes Dieter Huppenkothen (73) geboren. Aktuell hält sie sich bei ihrem Vater in Süddeutschland auf, einem ehemaligen Fußballspieler und Unternehmer. „Ich weiß bisher nicht, wann ich zurückreisen werde“, gesteht die Moderatorin, die normalerweise zwischen beiden Welten pendelt.
Ihr beruflicher Werdegang ist bemerkenswert: Nach einem Studium der Internationalen Beziehungen mit Masterabschluss strebte sie ursprünglich eine diplomatische Karriere an, mit dem Ziel, Botschafterin in Deutschland zu werden. Doch die Sportwelt zog sie in ihren Bann. Sie startete als Model und TV-Star in Südamerika und erlangte internationale Bekanntheit 2014, als sie während der Fußball-WM in Brasilien zur „Miss WM“ gewählt wurde. Mit über zwei Millionen Followern auf Instagram gehört sie heute zur Promi-Elite Mexikos.
Politische Dimensionen der Krise
Die Unruhen in Mexiko haben auch politische Implikationen. Viele Mexikaner machen US-Präsident Donald Trump (79) mitverantwortlich für den Schlag gegen den Drogenboss. Die Befürchtung einer möglichen Einmischung von außen, ähnlich wie in Venezuela, scheint manchen Bürgern mehr Sorgen zu bereiten als die bisherige Herrschaft der Kartellbosse. Diese politische Spannungslage verschärft die ohnehin angespannte Sicherheitssituation zusätzlich.
Während Vanessa Huppenkothen aus der relativen Sicherheit Deutschlands die Entwicklungen beobachtet, bleibt die Frage offen, wann sie in ihre mexikanische Heimat zurückkehren kann. Ihre beruflichen Verpflichtungen bei ESPN, wo sie regelmäßig von globalen Sportevents berichtet, stehen im Kontrast zu der persönlichen Sorge um Freunde und Kollegen in einem Land, das aktuell von Gewalt und Unsicherheit geprägt ist. Die deutsch-mexikanische Moderatorin verkörpert damit auf eindrückliche Weise die Verbindung zwischen zwei Welten, die aktuell durch eine tiefgreifende Krise getrennt werden.



