Weinstein bestreitet weiterhin sexuelle Übergriffe trotz Eingeständnissen
Der wegen Sexualverbrechen verurteilte frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein weist Vorwürfe sexueller Übergriffe in einem aktuellen Interview weiterhin entschieden zurück. Der 73-Jährige, der derzeit eine Haftstrafe verbüßt, erklärte gegenüber dem Magazin The Hollywood Reporter, er sei zwar aufdringlich oder übermäßig verführerisch gewesen, habe aber keine Frau sexuell angegriffen. Diese Aussage erfolgt vor dem Hintergrund seiner anstehenden erneuten Gerichtsverhandlung im April.
Kontroverse Aussagen zu weiblichen Opfern
Weinstein äußerte sich in dem Gespräch auch zu den Frauen, die ihn beschuldigen. Er behauptete, einige hätten gewusst, was auf der Tagesordnung steht, wenn sie spätabends in Hotelzimmer eingeladen wurden. Manche hätten ihre Begegnungen später bereut, während andere möglicherweise auf finanzielle Vorteile gehofft hätten. Jedoch waren nicht alle so naiv, wie sie sich gerne gaben, wurde er zitiert. Diese Aussagen lösen erhebliche Kontroversen aus, da sie die Glaubwürdigkeit der Opfer infrage stellen.
Eingeständnisse und Entschuldigungen
Im Interview entschuldigte sich Weinstein bei Frauen und räumte ein, er hätte sie mehr respektieren sollen. Ich habe sie irregeführt, sagte er und gestand, seine beiden Ehefrauen betrogen und belogen zu haben, was er als unmoralisch bezeichnete. Zudem gab er zu, Grenzen überschritten und seine Machtposition in der Filmindustrie missbraucht zu haben. Er beschrieb sich selbst als beängstigend und schwierig und gestand, Mitarbeiter zum Lügen gedrängt zu haben, um sein Privatleben zu verbergen.
Vorwürfe der Übertreibung und anstehende Prozesse
Weinstein behauptete weiterhin, mehrere Schauspielerinnen hätten ihre Erfahrungen übertrieben dargestellt, darunter Gwyneth Paltrow, die eine Begegnung mit ihm zu einer großen Sache gemacht habe, obwohl nichts passiert sei. Diese Aussagen stehen im Widerspruch zu den zahlreichen Vorwürfen, die zu seiner Verurteilung führten. Im April soll Weinstein erneut vor Gericht stehen, um über einen Anklagepunkt neu verhandelt zu werden, bei dem sich die Jury nicht einigen konnte. Sein ursprüngliches Urteil von 2020 zu 23 Jahren Haft wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben, und er trat zuletzt gesundheitlich angeschlagen im Rollstuhl auf.
Unabhängig davon wurde Weinstein 2023 in Kalifornien in einem separaten Verfahren wegen sexueller Übergriffe zu weiteren 16 Jahren Haft verurteilt; seine Verteidigung legte dagegen Berufung ein. Die Vorwürfe gegen ihn haben Hollywood erschüttert und dunkle Strukturen hinter dem Glanz der Filmindustrie aufgedeckt, während er weiterhin einige Fehler einräumt, aber nicht alle.



