Weinstein im Gefängnis: Ex-Filmmogul gibt Fehler zu, bestreitet aber sexuelle Übergriffe
Weinstein: Gibt Fehler zu, bestreitet sexuelle Übergriffe

Ex-Filmmogul im Gefängnis: Weinstein gibt begrenzte Fehler zu

Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein erschütterten einst Hollywood und deckten dunkle Strukturen hinter dem Glanz der Filmindustrie auf. Nun äußert sich der verurteilte frühere Hollywood-Produzent in einem exklusiven Interview und räumt einige Fehler ein – allerdings bei weitem nicht alle. Der 73-Jährige sitzt derzeit eine Haftstrafe ab und trat zuletzt gesundheitlich angeschlagen im Rollstuhl vor Gericht auf.

Weinstein bestreitet weiterhin sexuelle Übergriffe

Im Gespräch mit dem Magazin The Hollywood Reporter weist Weinstein die Vorwürfe sexueller Übergriffe entschieden zurück. Er gibt zu, aufdringlich oder übermäßig verführerisch gewesen zu sein, betont aber: „Ich habe keine Frau sexuell angegriffen.“ Zugleich deutet er an, dass einige Frauen gewusst hätten, „was auf der Tagesordnung steht“, wenn sie spätabends in Hotelzimmer eingeladen wurden. Manche hätten ihre Begegnungen später bereut, andere möglicherweise auf Geld gehofft. „Jedoch waren nicht alle so naiv, wie sie sich gerne gaben“, wird er zitiert.

Begrenzte Entschuldigungen und Vorwürfe der Übertreibung

Weinstein entschuldigt sich im Interview bei Frauen und gesteht, er hätte sie mehr respektieren sollen. „Ich habe sie irregeführt“, sagt er und räumt ein, seine beiden Ehefrauen betrogen und belogen zu haben – was er als unmoralisch bezeichnet. Sexuelle Angriffe habe es jedoch nicht gegeben: „Das ist die große Lüge in dieser ganzen Angelegenheit.“ Gleichzeitig wirft er mehreren Schauspielerinnen vor, ihre Erfahrungen übertrieben dargestellt zu haben, darunter Gwyneth Paltrow, die eine Begegnung zu einer „großen Sache“ gemacht habe, obwohl nichts passiert sei.

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Eingeständnisse und anstehende Gerichtsverfahren

Der Ex-Filmmogul gesteht auch, Grenzen überschritten und seine Machtposition missbraucht zu haben. Er habe Mitarbeiter eingesetzt, um sein Privatleben zu verbergen und sie zum Lügen gedrängt. In der Branche habe ein Machtgefälle geherrscht, und er selbst sei „beängstigend und schwierig“ gewesen. Im April soll Weinstein erneut vor Gericht stehen, wo über einen Anklagepunkt, bei dem sich die Jury nicht einigen konnte, neu verhandelt wird. Sein Urteil von 2020 zu 23 Jahren Haft wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Unabhängig davon wurde er 2023 in Kalifornien in einem separaten Verfahren wegen sexueller Übergriffe zu weiteren 16 Jahren Haft verurteilt; dagegen hat seine Verteidigung Berufung eingelegt.

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