Ex-Hollywoodmogul Harvey Weinstein spricht aus dem Gefängnis
Der ehemalige Hollywoodmogul Harvey Weinstein (73) hat in seinem ersten umfangreichen Interview hinter Gittern über sein zerstörtes Vermächtnis und seine Familie gesprochen. Derzeit inhaftiert auf der Gefängnisinsel Rikers Island in New York, äußerte sich der verurteilte Sexualstraftäter dem Hollywood Reporter in einem einstündigen Gespräch. Erschreckend dabei: Weinstein zeigt bis heute keine Einsicht in seine sexuellen Vergehen, die die #METOO-Bewegung maßgeblich auslösten.
„Ich war ein Meister der Täuschung“
Weinstein beschreibt sich selbst als untreuen Ehemann, der seine Affären systematisch vertuschte. „Was ich falsch gemacht habe, war keine sexuelle Belästigung. Es war Untreue gegenüber meiner Frau“, behauptet er. Gegenüber seiner langjährigen Partnerin Georgina Chapman empfindet er Reue, da sie durch sein Verhalten in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Sie wusste nichts von dem, was ich tat. Ich war ein Meister der Täuschung“, gesteht Weinstein. Chapman, eine erfolgreiche Designerin, war von 2007 bis 2021 mit ihm verheiratet und trennte sich 2017 nach den ersten öffentlichen Vorwürfen.
Familie und Vermächtnis
Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder, India (15) und Dashiell (12). Weinstein äußert Dankbarkeit dafür, dass Chapman ihm den Kontakt zu den Kindern ermöglicht. „Es tut mir leid, dass sie so einen schlechten Ruf bekommen hat“, sagt er über seine Ex-Frau. Er behauptet, seine Angestellten hätten auf seine Anweisung hin alles getan, um seine Affären zu vertuschen. Heute sei er froh, dass Chapman mit ihrem aktuellen Partner, dem Schauspieler Adrien Brody, „endlich etwas Glück“ gefunden habe.
Rechtliche Situation und Verurteilungen
Harvey Weinstein verbüßt derzeit eine 16-jährige Haftstrafe in Kalifornien wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Auf Rikers Island wartet er auf ein weiteres Gerichtsverfahren in New York. In einem neu aufgerollten Verfahren wurde er im vergangenen Jahr für den sexuellen Angriff auf Miriam Haley schuldig gesprochen, während er im Fall Kaja Sokola freigesprochen wurde. Im Vergewaltigungsfall Jessica Mann konnte sich die Jury nicht einigen, sodass der Prozess im März neu aufgesetzt wird.
Das Interview zeigt Weinstein als Mann, der sich weiterhin als Opfer der Umstände inszeniert, während er die schwerwiegenden Anschuldigungen gegen ihn herunterspielt. Seine Aussagen unterstreichen die anhaltende Kontroverse um Machtmissbrauch in der Unterhaltungsindustrie und die langfristigen Auswirkungen der #METOO-Bewegung.



