YouTube-Star erhält hohe Geldstrafe für EM-Maskottchen-Streich
Der bekannte YouTuber Marvin Wildhage (29) muss für seinen spektakulären Undercover-Einsatz während der Fußball-Europameisterschaft 2024 eine erhebliche Geldstrafe zahlen. In einem aktuellen Video auf seinem Kanal enthüllte der Content-Creator, dass die Staatsanwaltschaft München einen Strafbefehl über insgesamt 22.900 Euro gegen ihn verhängt hat. Die Summe setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen und markiert einen vorläufigen Höhepunkt in der juristischen Aufarbeitung der umstrittenen Aktion.
Die teure Rechnung für den Maskottchen-Schwindel
Wildhage, der mit seinem Team während der EM 2024 als falsches offizielles Maskottchen „Albärt“ in die Münchner Allianz Arena eingedrungen war, erläuterte in seinem neuesten YouTube-Beitrag die genaue Zusammensetzung der Strafe. Die Behörden verhängten demnach eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen, wobei ein Tagessatz mit 250 Euro angesetzt wurde. Dies ergibt einen Betrag von 17.500 Euro. Zusätzlich sollen weitere 5.400 Euro eingezogen werden, da Wildhage mit zwei Videos zu der Aktion mindestens diese Summe über Werbeeinnahmen und YouTube-Ausschüttungen verdient haben soll.
„Als ich das das erste Mal gelesen habe, da habe ich schon echt blöd aus der Wäsche geguckt“, kommentierte der YouTuber die Höhe der Strafe in seinem Video. Die Aktion, bei der er mit selbstgebastelten Mitarbeiterausweisen Zutritt zum Stadion und Parkbereich erschlichen hatte, sorgte damals für Millionen Klicks und große mediale Aufmerksamkeit.
Juristische Vorwürfe und Einspruch
Im Kern wirft die Staatsanwaltschaft dem YouTube-Star Urkundenfälschung in mehreren Fällen sowie das Erschleichen von Leistungen vor. Obwohl in dem Schreiben erwähnt wird, dass sein Video auf Sicherheitslücken hingewiesen habe, fühlt sich Wildhage in seiner Perspektive nicht ausreichend berücksichtigt. Der Content-Creator, der für seine dreisten Undercover-Aktionen bekannt ist, akzeptiert den Strafbefehl nicht und hat bereits Einspruch eingelegt.
Damit dürfte der Fall erneut vor Gericht landen, wo die verschiedenen Aspekte der Aktion noch einmal genau geprüft werden. Für Wildhage steht nach eigener Darstellung deutlich mehr auf dem Spiel als die knapp 23.000 Euro. Bereits zuvor hatte er erklärt, dass nach der Maskottchen-Aktion mehrere Sponsoren abgesprungen seien, was ihm einen finanziellen Schaden von rund 140.000 Euro verursacht habe.
Öffentlicher Kampf gegen die Strafe
Der YouTuber nutzt seine Plattform nun, um öffentlich gegen die Strafe zu kämpfen und seine Sicht der Dinge darzulegen. Die Undercover-Aktion, bei der er im Bärenkostüm am Spielfeldrand stand, wurde von Millionen Zuschauern verfolgt und löste eine breite Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen aus. Wildhage betont in seinen Ausführungen immer wieder den investigativen Charakter seiner Arbeit, während die Behörden auf die rechtlichen Grenzen solcher Aktionen hinweisen.
Die Entwicklung zeigt, wie sich die Grenzen zwischen investigativem Journalismus, Unterhaltung und rechtlichen Rahmenbedingungen im digitalen Zeitalter verschieben. Während Wildhages Videos regelmäßig Missstände aufdecken, müssen solche Aktionen auch die geltenden Gesetze beachten. Der Ausgang des Einspruchsverfahrens wird daher nicht nur für den YouTuber selbst, sondern auch für die gesamte Content-Creator-Szene von Bedeutung sein.



