ZDF warnt vor KI-Fälschungen und nutzt selbst manipulierte Videos in Beitrag
ZDF nutzt KI-generierte Videos trotz eigener Warnung (20.02.2026)

ZDF zeigt manipulierte Videos in Beitrag über US-Migrationsbehörde

In einem Bericht des Heute Journal über die US-Migrationsbehörde ICE hat das ZDF künstlich generierte Videosequenzen verwendet, ohne diese als solche zu kennzeichnen. Die Aufnahmen zeigten eine emotionale Szene, in der eine Mutter von Beamten abgeführt wird, während verzweifelte Kinder eingreifen wollen – allesamt nicht echt, sondern durch künstliche Intelligenz erstellt.

Widerspruch zwischen Warnung und eigener Praxis

Besonders pikant wirkt der Vorfall, weil Moderatorin Dunja Hayali in der Anmoderation des Beitrags ausdrücklich vor gefälschten Videos in sozialen Netzwerken gewarnt hatte. „Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele“, sagte sie bezüglich der ICE-Einsätze unter der Trump-Administration. Dennoch wurden die KI-generierten Bilder im Beitrag selbst nicht als solche gekennzeichnet, obwohl ein Wasserzeichen im Video darauf hinwies.

Inhalt des umstrittenen Beitrags

Der ZDF-Beitrag schilderte drastische Szenarien:

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  • Beamte dringen ohne Durchsuchungsbefehl in Häuser ein
  • Eltern werden vor den Augen ihrer Kinder abgeführt
  • Minderjährige werden vor Schulen festgenommen

Genau diese Darstellungen wurden teilweise mit nicht-echtem Filmmaterial untermauert. Ein zweiter Clip, der ursprünglich eine angebliche Abschiebung eines Schulkindes zeigte, wurde später entfernt – es handelte sich tatsächlich um die Festnahme eines 10-Jährigen nach einer Amokdrohung in Florida aus dem Jahr 2022.

Reaktion des Senders und Korrekturen

Das ZDF reagierte auf den aufgedeckten Fehler:

  1. Die Redaktion korrigierte den Beitrag und passte das Video an
  2. In der Mediathek ist eine geänderte Fassung verfügbar
  3. Die KI-generierten Bilder wurden durch echtes Material ersetzt

Auf Medienanfragen, ob der Redaktion die künstliche Herkunft der Videos bewusst war, äußerte sich der Sender nicht. In einer Stellungnahme verwies das ZDF lediglich auf die erfolgte Korrektur.

Der Vorfall wirft grundsätzliche Fragen zur Medienethik und Transparenz im Umgang mit KI-generierten Inhalten auf, insbesondere wenn öffentlich-rechtliche Sender selbst vor solchen Manipulationen warnen, sie dann aber unbezeichnet verwenden.

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