Einzigartige Christus-Statue bereichert historische Fachwerkkirche
In der beschaulichen Ortschaft Hildebrandshagen hat sich kürzlich ein besonderes kirchliches Ereignis zugetragen. Die kleine, aber feine Fachwerkkirche des Ortes war bis auf den letzten Platz gefüllt, sodass zusätzliche Stühle bereitgestellt werden mussten. Der Grund für diesen außergewöhnlichen Besucherandrang war die feierliche Weihe einer ganz besonderen Christus-Statue durch Pastor Christian Hering.
Kunstwerk mit weiblichen Formen
Die Bronzeplastik, die nun den Altarbereich der etwa 446 Jahre alten Kirche schmückt, stellt eine künstlerische Besonderheit dar: Sie zeigt Christus mit ausgesprochen weiblichen Formen und Gesichtszügen. Diese ungewöhnliche Darstellung zieht nicht nur kunstinteressierte Besucher an, sondern lädt auch zur theologischen Reflexion ein. Die Statue wurde von der renommierten Künstlerin Dorothea Maroske geschaffen, die in der Feldberger Seenlandschaft lebt und in ihrem Werk häufig die weibliche Figur thematisiert.
Künstlerin persönlich anwesend
Dorothea Maroske, die bis zum Tod ihres Mannes Uwe Maroske im Jahr 2020 mit dem bekannten Bildhauer und Grafiker verheiratet war, war persönlich zur Weihezeremonie angereist. Ihre Christus-Bronzeplastik mit den weiblichen Formen findet sich bereits in der Conower Kirche und auch in Wittstock/Dosse, ihrem Heimatort. Die Anwesenheit der Künstlerin verlieh der Veranstaltung eine besondere Authentizität und Würde.
Regionale Bedeutung des Ereignisses
Zum Gottesdienst, bei dem die Christus-Statue geweiht wurde, waren nicht nur Gemeindemitglieder aus Hildebrandshagen gekommen. Auch aus umliegenden Ortschaften wie Fürstenwerder, Woldegk und Schapow hatten sich zahlreiche Besucher auf den Weg gemacht. Dies unterstreicht die regionale Bedeutung des Ereignisses. Interessant ist dabei die geografische Besonderheit: Obwohl Hildebrandshagen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt, gehört es zur evangelischen Gesamtkirchengemeinde Schönwerder in der Uckermark, die wiederum im Land Brandenburg angesiedelt ist.
Historisches Gotteshaus als würdiger Rahmen
Die Hildebrandshagener Kirche selbst stellt mit ihrem Baujahr 1580 ein historisches Juwel dar. Es handelt sich um einen der wenigen erhaltenen Fachwerkbauten aus dem 16. Jahrhundert in der Region. Trotz ihrer bescheidenen Größe strahlt die Kirche eine besondere Gemütlichkeit aus, die durch das vollständig erhaltene Inventar aus der Bauzeit noch verstärkt wird. Der prächtige Schnitzaltar und die historische Kanzel zeugen von der handwerklichen Kunst vergangener Jahrhunderte.
Von 2007 bis 2010 wurde das Gotteshaus aufwendig restauriert, wobei besonderer Wert auf die Erhaltung der originalen Bausubstanz gelegt wurde. Heute präsentiert sich die Kirche nicht nur als spiritueller Ort, sondern auch als bedeutendes Kulturdenkmal der Region. Die Tatsache, dass die Kirche beheizbar ist, ermöglicht ganzjährige Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen.
Die neu geweihte Christus-Statue fügt sich harmonisch in dieses historische Ensemble ein und bereichert die Kirche um eine moderne künstlerische Dimension. Sie steht symbolisch für die Verbindung von Tradition und zeitgenössischer Kunst, von männlicher und weiblicher Spiritualität, und von regionaler Verwurzelung mit überregionaler künstlerischer Bedeutung.



