Jesus als Gegenmodell zu Männergewalt: Der erste neue Mann und seine Botschaft der Liebe
Weltweit erscheinen täglich drei neue Bücher über Jesus, den jungen Mann aus Nazareth, was jährlich etwa eintausend Publikationen ergibt. Dieses einzigartige kulturelle Phänomen wirft die Frage auf, ob Jesus in unserer Zeit der zunehmenden Männergewalt gegen Frauen ein relevantes Vorbild sein kann. Oder haben wir die Osterbotschaft vergessen, die lehrt, dass die Liebe stärker ist als der Tod?
Aktuelle Beispiele für Männergewalt und die Suche nach Alternativen
Fälle wie Epstein in den USA, Pelicot in Frankreich oder die Schilderungen von Collien Fernandes in Deutschland verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt. In Schweden soll ein prominenter Mann seine Frau sogar 120 Männern zum Sex angeboten haben. Doch alle Männer unter Generalverdacht zu stellen, wäre ebenso sexistisch wie die Entwürdigung von Frauen. Klar ist: Neue Männer braucht das Land.
Ich bezeichne Jesus als den ersten neuen Mann, weil er beispielhaft das Weibliche in sich nicht verdrängte oder unterdrückte, sondern entwickelte und integrierte. Als Mann des rationalen Gefühls ist er ein leuchtendes Beispiel für emanzipierte Frauen, erwachsene Männer und suchende Jugendliche. Schon vor 2000 Jahren waren Frauen von diesem Mann fasziniert. Jesus war und ist der Traum von einem emanzipierten Mann.
Die Rolle von Maria Magdalena und die Bedeutung der Liebe
Ein Mann wird zum neuen Mann, wenn er wie Jesus die Wertschätzung des Weiblichen erkennt und lebt. Eine Frau wird zur Persönlichkeit, wenn sie ihre männlichen Seelenanteile entdeckt und integriert. Jesus und seine Freundin Maria Magdalena waren für die Urkirche das Traumpaar gelingenden Lebens und emanzipierter Partnerschaft – eine außergewöhnliche Liebe aller Zeiten. Das Maria Magdalena-Evangelium, das von den Kirchen oft verdrängt wird, bezeugt dies.
Für diesen neuen Mann und seine Gefährtin war die Liebe die stärkste Kraft im Universum. Das Ostergeschehen zeigt, dass die Liebe sogar stärker ist als der Tod. In Jesu Muttersprache, dem Aramäischen, ist Liebe identisch mit Mutterschoß. Am Ostermorgen war es Maria Magdalena, die als Erste an sein Grab ging und den entscheidenden Satz sprach: „Er lebt“, er hat den Tod überwunden.
Emanzipation und die Lehren für die heutige Gesellschaft
Im Gegensatz zu den verschreckten Männern um sie herum hatte Maria Magdalena verstanden, dass Gewalt und Tod besiegt waren und die Liebe das letzte Wort hat. Jesus lernte von Maria Magdalena und sie von ihm. Emanzipation bedeutet: Männer lernen von Frauen und Frauen von Männern. Dieses vorbildliche Paar lehrte, dass es nur eine Religion gibt: ein gutes menschliches Herz, durch Nächstenliebe, Fernstenliebe, Gottesliebe und sogar Feindesliebe.
Die Geschichte der Ehebrecherin im Johannes-Evangelium illustriert Jesu Verständnis von Liebe. Als Männer eine Ehebrecherin steinigen wollten, sagte Jesus: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe als Erster einen Stein auf sie“. Die Männer senkten den Kopf und gingen stumm davon.
Digitale Gewalt und die Notwendigkeit von Gesetzen
Jesu Lehre wurde von Maria Magdalena besser verstanden als von Petrus. Papst Franziskus nannte sie 2016 „die Apostelin der Apostel“, eine geistige Revolution in der Männerkirche, jedoch ohne konkrete Folgen. Am Verhältnis zur Frau erkennt man den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft oder Kirche.
In Deutschland wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2024 187.178 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, meist Frauen, wobei 132 Frauen von ihren (Ex-)Partnern getötet wurden. Die Tendenz ist stark steigend. Collien Fernandes bezeichnet Deutschland als „absolutes Täterparadies“. Jede fünfte Frau erlebt digitale Gewalt, die zu einem Geschäftsmodell geworden ist. Deutschland braucht schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt, nach dem Vorbild Spaniens.
Das Ende des Patriarchats und die Hoffnung auf eine Renaissance
Mit seiner Lehre vom „Reich Gottes“ meinte Jesus primär das Ende des Patriarchats. Im Philippus-Evangelium steht: Jesus und Maria Magdalena küssten sich „oft auf den Mund“ und „Jesus liebte seine Freundin mehr als alle seine Schüler“. Mit dieser Partnerin machte der erste neue Mann Weltgeschichte. Jesus war der geschichtswirksamste Mensch aller Zeiten und bleibt ein Vorbild für uns alle.
Wann wird es endlich Ostern? Ostern verändert alles, und dafür braucht die Welt eine Jesus-Renaissance. Seine Botschaft der Liebe und Emanzipation bietet ein kraftvolles Gegenmodell zu aktuellen Gewaltstrukturen.



