Ostern und das Licht: Wie die Auferstehung unsere innere Sonne entfacht
Ostern und das Licht: Wie die Auferstehung unsere innere Sonne entfacht

Von winterlicher Trübsal zu österlicher Erleuchtung

Nach einem langen Winter begrüßen wir jede zusätzliche Sonnenstunde mit offenem Herzen. Die Stimmung hellt sich auf, fast wie bei Emojis, die auf Knopfdruck reagieren. Ein Ostergruß widmet sich dem Licht, das nicht nur unsere Tage erhellt, sondern auch zum Leben verhilft.

Die Macht des natürlichen Lichts

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt oder in Wartezimmern sitzt, kann beobachten, wie sich bei trübem Wetter die Gesichter der Mitmenschen verdunkeln. Die Mundwinkel senken sich, die Mienen werden grau. Doch sobald die ersten Sonnenstrahlen durchbrechen, wandelt sich das Bild: Mundwinkel ziehen sich nach oben, Augen beginnen zu glänzen. Fast wirken wir nicht wie selbstbestimmte Menschen, sondern wie auf Knopfdruck reagierende Emojis, deren Ausstrahlung sich den klimatischen Verhältnissen anpasst.

Dass das Licht zum Leben hilft, mag banal klingen, bleibt jedoch eine unabweisbare Tatsache. Seit jeher wird das Lichtgestirn der Sonne kultisch verehrt – von antiken Ritualen bis zu neuheidnischen Bräuchen. In unserer Sprache ist die Sonne allgegenwärtig: Frischverliebte nennen sich „meine Sonne“, und der Kalenderspruch „hab Sonne im Herzen“ erfreut sich ungebrochener Beliebtheit.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Das österliche Licht: Mehr als nur Metapher

Doch dass zu Ostern die Sonne aufgeht, ist nicht nur metaphorisch zu verstehen. Mit der Auferstehung Christi – für Gläubige ein zentrales Glaubensbekenntnis – tritt ein göttliches Licht hervor, das nicht an Tages- oder Jahreszeiten gebunden ist. Dieses Licht leuchtet auch in innerer Dunkelheit von innen heraus.

Wir sind gewohnt, unser Leben in Zyklen zu messen: Sonnenauf- und -untergang, Frühling und Winter, Geburt und Sterben. In diesen Kreisläufen hat alles seine Zeit – ein Trost, denn keine Nacht währt ewig, und am Ende des Tunnels scheint stets ein Licht. Das österliche Licht, das von der Auferstehung ausgeht, besitzt jedoch eine andere Qualität: Es kann uns erleuchten und ein neues Leben schenken. Dies ist nicht pathetisch, sondern stellt eine Alternative zu den gewohnten Denkmustern dar.

Geistliche Erneuerung durch das Licht

So wie das natürliche Sonnenlicht unser materielles Dasein belebt, bringt das österliche Licht der Auferstehung unser geistliches und seelisches Leben zum Erblühen. Es beleuchtet sowohl unsere verborgenen Hemmungen als auch unsere liebevollen Qualitäten wie Zartheit und Fürsorge. Wie am Auferstandenen, an Jesus Christus, sichtbar wurde, setzt der Tod dem göttlichen Licht keine Grenzen – er verweist lediglich auf die Vorläufigkeit unserer materiellen Existenz.

Ostern geht die Sonne auf! Diese Gewissheit gilt seit jeher und bleibt in Hoffnung auch für die Ewigkeit bestehen. In einer Welt, die oft von Dunkelheit geprägt scheint, erinnert uns das österliche Licht daran, dass Erneuerung und Neubeginn stets möglich sind.

Zur Person: Holger Müller-Brandes ist Mitglied im Kirchenkreis des Gemeindezentrums St. Jacobi in Prenzlau und hat diesen Ostergruß verfasst. In seiner Einleitung bezieht er sich auf eine Zeile des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt aus dem Jahr 1653.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration