Historischer Besuch: Papst Leo XIV. in Monaco
Am Samstag erwartet das Fürstentum Monaco einen außergewöhnlichen Gast: Papst Leo XIV. wird als erster Papst seit fast 500 Jahren den Zwergstaat besuchen. Dieser Besuch markiert einen historischen Moment, da Monaco zwar katholische Staatsreligion ist, aber seit Papst Paul III. im Jahr 1538 keinen päpstlichen Besuch mehr erlebt hat.
Überraschende Einladung und eng getaktetes Programm
Fürst Albert II. zeigte sich überrascht, dass Papst Leo XIV. die Einladung so schnell annahm. "Ein unerwarteter Segen!", kommentierte der Regent. Das Programm des Papstes ist straff organisiert:
- Ankunft per Helikopter um 9 Uhr
- Begrüßung und Grußwort im Fürstenpalast
- Treffen mit der katholischen Gemeinschaft in der Kathedrale
- Begegnung mit Jugendlichen
- Messe mit Predigt im Fußballstadion des AS Monaco um 15.30 Uhr
- Rückflug gegen 19.45 Uhr
Insgesamt dauert der Besuch etwa neun Stunden, in denen der Papst verschiedene Stationen absolvieren wird.
Monacos komplexes Image und verborgene Realitäten
Monaco gilt oft als Spielplatz für Reiche und Steueroase, doch Erzbischof Dominique-Marie David betont die andere Seite des Fürstentums. Es gebe viel versteckte Armut, nicht nur materiell, sondern auch in Form von Einsamkeit und Sinnkrisen, erklärte er. Gleichzeitig sei die Vielfalt der Gesellschaft mit Menschen aus etwa 150 Ländern ein großer Schatz.
Gemeinsame Werte und persönliche Verbindungen
Fürst Albert II. hofft auf eine Friedensbotschaft des Papstes, was seinem Engagement für Umwelt- und Klimaschutz entspricht. Beide Oberhäupter teilen mehrere Gemeinsamkeiten:
- Der Katholizismus ist in ihren Ländern Staatsreligion
- Beide haben US-amerikanische Mütter
- Persönliche Verbindungen über die Villanova Universität in Pennsylvania
- Gemeinsame Leidenschaft für Sport
Albert II. betonte zudem sein Engagement für katholische Werte durch sein Veto gegen ein Abtreibungsgesetz im November 2025.
Historischer Kontext und Bedeutung
Der letzte Papstbesuch in Monaco erfolgte 1538 durch Paul III. Seitdem haben verschiedene Faktoren päpstliche Besuche verhindert, darunter die geringe Einwohnerzahl von nur etwa 38.000 Menschen. Das Erzbistum Monaco zählt etwa 29.000 Katholiken und ist eine der kleineren Diözesen weltweit.
Durch die Übertragung des Rechts zur Ernennung des Erzbischofs an den Vatikan im Jahr 1981 wurde der Bischofssitz zum Erzbischofssitz erhoben. Diese historische Verbindung unterstreicht die Bedeutung des aktuellen Besuchs, der Monaco wieder in den Fokus der katholischen Welt rückt.



