Ramadan 2026: Ein Monat des Glaubens und der Besinnung für Muslime
Für rund 2 Milliarden Muslime auf der ganzen Welt hat am 18. Februar 2026 der heilige Fastenmonat Ramadan begonnen. Auch in Deutschland praktizieren knapp fünf Millionen Gläubige diese Zeit des Verzichts, die bis zum 20. März andauert. Von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang verzichten sie auf Essen, Trinken, Rauchen und sexuelle Aktivitäten. Ausnahmen gelten für Kinder, Kranke, ältere Menschen, Reisende sowie schwangere und stillende Frauen.
Die Bedeutung und Ursprünge des Ramadan
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und verschiebt sich jährlich um etwa zehn Tage. Als eine der fünf Säulen des Islam steht das Fasten im Mittelpunkt dieser Periode. Der Monat erinnert an die Offenbarung des Korans durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Im Fokus stehen dabei Nächstenliebe, innere Einkehr und das Verrichten guter Taten.
Rituale und Praktiken während des Fastenmonats
Das Fasten, im Arabischen als Saum bekannt, dient der Reinigung von Sünden und wird durch tägliche Gebete sowie das Lesen des Korans begleitet. Neben dem Glaubensbekenntnis (Schahada), dem fünfmaligen Gebet (Salat), der Almosensteuer (Zakat) und der Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) bildet es eine fundamentale Säule des Islam. Täglich wird das Fasten mit dem Iftar, einem festlichen Abendessen nach Sonnenuntergang, gebrochen. Oft versammeln sich dabei nicht nur Familien, sondern auch Freunde und Nachbarn, um gemeinsam halal-konforme Speisen zu genießen.
Was bedeutet halal im Islam?
Halal bedeutet im Arabischen erlaubt und bezieht sich auf Lebensmittel, die nach islamischen Gesetzen konsumiert werden dürfen. Verboten (haram) sind unter anderem Schweinefleisch und daraus hergestellte Produkte wie Gelatine, Blut, Alkohol sowie Tiere, die nicht nach islamischem Ritus geschlachtet wurden. Diese Regeln sind im Koran festgelegt und prägen die Ernährung während des Ramadan.
Essenszeiten und innere Dimension des Fastens
Während des Ramadan ist das Essen und Trinken zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang untersagt. Erst nach dem Iftar darf das Fasten gebrochen werden. Neben diesem äußeren Verzicht betonen Muslime eine innere Dimension: Sie streben an, sich verstärkt von Sünden freizuhalten und in Besinnung zu leben.
Praktische Tipps für den Arbeitsalltag während des Ramadan
Um Respekt und Verständnis für fastende Kollegen zu zeigen, können folgende Hinweise hilfreich sein:
- Vermeiden Sie es, vor muslimischen Kollegen am Schreibtisch zu essen oder ihnen Speisen anzubieten.
- Zeigen Sie Geduld, wenn sich Kollegen zum Gebet zurückziehen – dies ist ein fester Bestandteil des Ramadan.
- Bei hohen Temperaturen kann das Fasten belastend wirken; haben Sie Verständnis für mögliche Einschränkungen in Konzentration und Leistungsfähigkeit.
- Verzichten Sie auf anzügliche Witze, da der Ramadan eine Zeit der inneren Einkehr ist.
- Zum Abschluss können Sie Ihren Kollegen mit Alles Gute zum Bayram! gratulieren, dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens.
Der Ramadan ist eine tiefgreifende spirituelle Erfahrung, die Glaube, Gemeinschaft und Selbstdisziplin vereint. Durch Verständnis und Rücksichtnahme können nicht-muslimische Mitmenschen diese besondere Zeit respektvoll begleiten.



