Ramadan in Naumburg: Drei Väter berichten über Fasten, Familie und Tradition
Ramadan in Naumburg: Väter über Fasten und Familie

Ramadan in Naumburg: Drei Väter berichten über Fasten, Familie und Tradition

In Naumburg beginnt eine besondere Zeit des Verzichts und der Besinnung. Während die christliche Fastenzeit gerade erst angefangen hat, startet parallel dazu der islamische Fastenmonat Ramadan. Für Muslime in der Domstadt bedeutet das: Etwa vier Wochen lang verzichten sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Drei Väter aus Naumburg geben Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen mit dieser spirituellen Praxis.

Verzicht als Familienangelegenheit

Zabihullah Shirzad, der mit seiner Familie aus Afghanistan stammt, steht mit seinen Kindern Zahidullah und Kawsar vor der Uta-Schule in Naumburg. Für ihn ist der Ramadan nicht nur eine individuelle Herausforderung, sondern ein gemeinsames Familienerlebnis. „Das Fasten verbindet uns nicht nur mit Gott, sondern auch miteinander“, erklärt er. Die abendlichen Mahlzeiten, das sogenannte Iftar, werden zu einem festen Ritual, bei dem die ganze Familie zusammenkommt.

Die Frage, ab wann Kinder mitfasten sollten, wird in muslimischen Familien unterschiedlich gehandhabt. „Wir lassen unsere Kinder langsam heranwachsen“, sagt ein anderer Vater. Oft beginnen Kinder mit einigen Stunden Fasten am Tag, bevor sie später die volle Zeit durchhalten. Es geht dabei weniger um strikte Regeln als um das Verständnis für die Bedeutung dieser Zeit.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Parallele Fastenzeiten in Naumburg

In diesem Jahr ergibt sich eine besondere Situation: Der Ramadan beginnt zeitgleich mit der christlichen Fastenzeit, die am Aschermittwoch startet. Während in Naumburg und Umgebung – etwa in Nebra, Großjena und Prießnitz – noch die Erinnerungen an den Karneval nachhallen, konzentrieren sich viele Bewohner nun auf die innere Einkehr.

Für die Muslime in der Stadt bedeutet das: Der erste Fastentag fällt auf Donnerstag, den 19. Februar. Etwa vier Wochen lang werden sie tagsüber auf Nahrung und Getränke verzichten, während im Christentum der Verzicht bis Ostern andauert. Diese parallelen Fastenzeiten zeigen die religiöse Vielfalt in der Region.

Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen

Die drei Väter aus Naumburg beschreiben unterschiedliche Aspekte des Ramadan. Neben dem körperlichen Verzicht betonen sie vor allem die spirituelle Dimension. „Es geht nicht nur um das Nicht-Essen“, erklärt einer von ihnen. „Wir nutzen die Zeit für Gebete, Reflexion und um uns auf das Wesentliche zu besinnen.“

Die Fastenzeit bringt auch praktische Herausforderungen mit sich, besonders im Alltag mit Beruf und Familie. Die abendlichen Mahlzeiten gewinnen an Bedeutung, und der Tagesrhythmus passt sich an. Trotz der Entbehrungen beschreiben die Väter den Ramadan als eine bereichernde Zeit, die Gemeinschaft stärkt und persönliches Wachstum fördert.

Am Ende des Ramadan steht das Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr, das mit Gebeten, Festmahlen und dem Austausch von Geschenken gefeiert wird. Für die Familien in Naumburg ist dies der Höhepunkt einer intensiven Zeit, die Tradition und Glauben lebendig hält.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration