Der österreichische Olympiasieger Benjamin Karl hat mit seinen Äußerungen über seine Ehe und Familienrollen für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. In einem Podcast sprach der 40-jährige Ex-Snowboarder, der mittlerweile im Radsport aktiv ist, offen über seinen Neustart und sein Verständnis von Familie – und traf damit einen Nerv der öffentlichen Meinung.
Podcast-Äußerungen sorgen für Empörung
Im Mindgames-Podcast erklärte Karl, dass seine Frau Nina nach rund 20 Jahren der Unterstützung seiner Karriere plötzlich mehr Zeit und Lebensfreude für sich selbst gefordert habe. Seine Reaktion darauf fiel deutlich aus: „Ich habe gesagt, das geht nicht. Finanziell bin ich der Verantwortliche für diese vier Mäuler. Wenn ich Termine habe, dann muss das Priorität haben. Weil das ist das, was unser Leben finanziert. Da muss sie schon zurückstecken. Da muss man so ehrlich sein.“
Gleichzeitig betonte Karl, dass seine Frau genau das bekommen habe, was sie sich gewünscht hatte: eine frühe Hochzeit, zwei Kinder, ein Haus und einen Pool. Für ihn schien dies ausreichend Lebensfreude zu bieten, doch seine Frau war offenbar anderer Meinung. Die Ehekrise eskalierte so weit, dass eine Trennung im Raum stand.
Krise überwunden – aus Karls Sicht
Karl berichtete, dass er seiner Frau mitgeteilt habe, er würde eine Trennung akzeptieren, wenn sie ihn nicht mehr unterstützen wolle, aber er könne nicht anders: „Das ist mein Leben, das macht mich glücklich.“ Am nächsten Morgen sei die Krise überwunden gewesen – zumindest aus seiner Perspektive. „In der Früh bin ich aufgewacht – sie war irgendwie ein anderer Mensch. Das hat sie bis heute noch nicht erklärt, was da in der Nacht in ihrem Kopf passiert ist. Seither ist es vom Tisch“, so Karl.
Im weiteren Gespräch betonte Karl die Bedeutung von Kindern für die Persönlichkeitsentwicklung, da man lerne, dass man selbst nicht mehr die wichtigste Person sei. Allerdings scheint diese Einsicht nicht für seine eigenen Träume zu gelten, die er weiterhin über die Bedürfnisse seiner Frau stellt.
Shitstorm und Schadensbegrenzung
Karls Äußerungen stießen in den sozialen Medien auf massive Kritik. Viele Nutzer warfen ihm ein rückständiges Familienbild vor, das nicht mehr dem heutigen Gleichberechtigungsverständnis entspreche. Der Sportler reagierte zunächst mit einem Instagram-Video, in dem er von „harten Zeiten“ und seiner „mentalen Stärke“ sprach und betonte, dass seine Frau mit ihm durch „dick und dünn“ gehe. Doch die Kritik ebbte nicht ab.
Am Dienstagvormittag ließ der Betreiber des Podcasts die Folge offline nehmen. Karl selbst versuchte daraufhin erneut, das Bild zu korrigieren: Er postete ein Frühstücksbrettchen und erklärte, dass er den Kindern Brote geschmiert und seiner Frau Kaffee gemacht habe. Seine Frau Nina, die als Psychotherapeutin arbeitet, könne „natürlich jederzeit auf einen Mädelstrip planen, das gehört nur gut geplant, dann ist das überhaupt kein Problem.“
Gesellschaftliche Debatte um Rollenbilder
Der Fall zeigt, wie sensibel das Thema Gleichberechtigung in der Familie weiterhin ist. Karls Aussagen, dass seine Träume mehr zählten als die seiner Frau und dass sie für die Care-Arbeit allein zuständig sei, empörten viele Menschen. Die Debatte spiegelt wider, dass traditionelle Geschlechterrollen zunehmend hinterfragt werden und öffentliche Personen für solche Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden.



