Engels-Fackel in Mirow: Kinder-Lebenslauf würdigt Hospizarbeit für schwer erkrankte Kinder
Engels-Fackel in Mirow: Kinder-Lebenslauf würdigt Hospizarbeit

Engels-Fackel macht Station in Mirower Villa Kunterbunt

Ein bewegender Moment für die Region: Die symbolträchtige Engels-Fackel des bundesweiten Kinder-Lebenslaufs hat Station in Mirow gemacht. In der Villa Kunterbunt, einer geschützten Einrichtung für schwer erkrankte Kinder, wurde das besondere Symbol übergeben – ein Zeichen der Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Kinderhospizarbeit in Mecklenburg-Vorpommern.

Bundesweite Initiative mit regionalem Bezug

Der Kinder-Lebenslauf findet alle zwei Jahre statt und durchquert diesmal ganz Deutschland sowie Österreich, die Schweiz und Luxemburg. Insgesamt werden 130 Stationen und 7.000 Kilometer zurückgelegt. Mirow war dabei eine der ersten Etappen – gleich nach Berlin startete die Reise der Engels-Fackel in die mecklenburgische Stadt. Die Abschlussveranstaltung ist für den 11. Oktober im Europa-Park Rust geplant.

Die Engels-Fackel symbolisiert dabei stets ein Kind, das behindert oder lebensverkürzend erkrankt ist. „Wir möchten auf das Schicksal dieser Kinder und ihrer Familien aufmerksam machen“, erklärt Dr. Natalie Schwägerl vom Bundesverband Kinderhospiz, die die Fackel persönlich nach Mirow brachte. Die Initiative will Berührungsängste abbauen und für mehr Normalität im Umgang mit betroffenen Familien sorgen.

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Villa Kunterbunt: Ein Ort der Fürsorge und des Austauschs

Die Villa Kunterbunt mit ihrem angeschlossenen ambulanten Kinderhospizdienst Nalani ist genau der richtige Ort für diese symbolische Übergabe. Unter dem Träger Initiative Querleben bietet die Einrichtung sowohl ambulante Versorgung in den Familien als auch stationäre Aufenthalte für behinderte oder chronisch kranke Kinder und Jugendliche.

„Wir haben maximal fünf Plätze zur Verfügung“, erläutert Einrichtungsleiterin Simone Sager. „Der jüngste Bewohner ist gerade einmal neun Monate alt, das nächstältere Kind zwei Jahre.“ Rund um die Uhr kümmern sich zwölf Hauptamtliche, vier Ehrenamtliche und zwei Bundesfreiwilligendienstleistende um die kleinen Patienten.

Tag der offenen Tür mit großer Resonanz

Anlässlich der Fackelübergabe lud das Team zum Tag der offenen Tür ein – eine seltene Gelegenheit, da es sich normalerweise um eine geschützte Einrichtung handelt. Zahlreiche Besucher aus Mirow und Umgebung nutzten die Chance, sich über Kinderhospizarbeit zu informieren.

Ein buntes Programm mit Mitmachangeboten für Kinder, Hüpfburg, Glücksrad und musikalischen Beiträgen sorgte für eine lockere Atmosphäre. Im Mittelpunkt stand jedoch der Austausch über ein Thema, das oft tabuisiert wird: Kinderhospizarbeit begleitet nicht nur am Lebensende, sondern oft über viele Jahre hinweg – im Alltag, in Krisen und in besonderen Lebenssituationen.

Spende als Zeichen der Anerkennung

Ein besonderes Highlight war die Übergabe einer 1.000-Euro-Spende durch Mathias Ehrich. Der Spender hatte das Geld „erlaufen“ – sein Arbeitgeber zahlt Mitarbeitern fünf Euro pro Kilometer für die Teilnahme an offiziellen Marathonveranstaltungen. Die Mitarbeiter dürfen selbst entscheiden, welche Einrichtung die Spende erhält.

„Für viele betroffene Familien ist soziale Isolation ein riesiges Problem“, weiß Natalie Schwägerl. „Sie wünschen sich einfach einen normalen Umgang, erleben aber verschämtes Wegschauen oder den Abbruch von Kontakten.“ Die Arbeit der Villa Kunterbunt und ähnlicher Einrichtungen sei daher von unschätzbarem Wert.

Nach dem gelungenen Nachmittag in Mirow reiste die Engels-Fackel bereits weiter – die nächste Station war eine Einrichtung auf Usedom. Doch die Botschaft bleibt: Kinderhospizarbeit verdient Aufmerksamkeit, Respekt und Unterstützung.

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