Erster bundesweiter Frauenschuppen 'Woman's Sheds' startet in Prenzlau
In Prenzlau entsteht ein neuer sozialer Treffpunkt, der bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Am 5. März eröffnet im Haus der Familie der erste bundesweite Frauenschuppen unter dem Namen 'Woman's Sheds'. Dieses innovative Angebot richtet sich speziell an Frauen aus der gesamten Uckermark und soll einen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten bieten.
Warum der englische Name gewählt wurde
Jörg Kuschel, Bereichsleiter des Hauses der Familie bei der Interessengemeinschaft Frauen und Familie Prenzlau e.V., erklärt die ungewöhnliche Namenswahl: „Wir haben in anderthalbjähriger Vorbereitung verschiedene Begriffe getestet und festgestellt, dass der deutsche Begriff 'Frauenschuppen' unterschiedlichste, nicht immer positive Assoziationen hervorruft. Der englische Begriff 'Woman's Sheds' macht dagegen neugierig und ermuntert dazu, sich näher damit zu beschäftigen.“
Das Projekt versteht sich als Ort der Begegnung, der bei Bedarf auch als Rückzugsort dienen kann. Die interne Abkürzung 'WohdU' wird nur innerhalb des Projektteams verwendet und soll nicht nach außen kommuniziert werden.
Zielgruppe und Konzept
Der Frauenschuppen richtet sich an Frauen aller Altersgruppen, die in Gemeinschaft ihre Freizeit verbringen, ihr Wissen erweitern oder soziale Teilhabe erfahren möchten. „Das Alter spielt grundsätzlich keine Rolle, da generationsverbindende Arbeit ein wesentliches Element unserer täglichen Arbeit im Mehrgenerationenhaus ist“, betont Kuschel.
Die Eröffnungsveranstaltung findet am 5. März ab 14 Uhr im Haus der Familie/Mehrgenerationenhaus am Georg-Dreke-Ring 58a statt. Die Einladung richtet sich an alle interessierten Frauen aus der Region, nicht nur an einen ausgewählten Kreis.
Unterschied zu bestehenden Angeboten
Im Vergleich zu bereits existierenden Treffpunkten wie dem Prenzlauer Diestertreff strebt der Woman's Shed eine neue Qualität von Begegnungsformaten an. Unter dem Motto „Wir geben Raum für Begegnung“ sollen sich hier Interessierte und Gleichgesinnte treffen und selbst Verantwortung übernehmen.
„Wir stellen lediglich die Räume zur Verfügung, in denen Menschen aus der Region ihre Ideen selbstständig umsetzen können, ohne dass es der Führung eines Sozialarbeiters bedarf“, erläutert Kuschel. Die Fachkräfte des Mehrgenerationenhauses unterstützen lediglich bei Organisation und Vorbereitung von Veranstaltungen.
Hintergrund und Finanzierung
Das Projekt wird im Rahmen der bundesdeutschen Einsamkeitsstrategie umgesetzt und erhält keine speziellen Fördermittel. Die Initialzündung kam von Prof. Dr. sc. med. Doris Bardehle, die als Beirätin für die wissenschaftliche Begleitung der Männerschuppen in Deutschland tätig ist.
„Nachdem die Gründung eines Männerschuppens in der Uckermark nicht zustande kam, ermunterte uns Frau Bardehle, über einen Frauenschuppen nachzudenken und diesen zu konzipieren“, berichtet Kuschel.
Erweiterung des Angebots
Mit der Eröffnung des Woman's Shed fallen keine bestehenden Angebote im Haus der Familie weg. Vielmehr wird die Angebotsvielfalt erweitert und eine stärkere Auslastung der Räumlichkeiten in Prenzlau angestrebt. Das Mehrgenerationenhaus erhält damit eine zusätzliche Facette in seinem sozialen Engagement für die Region.
Der Frauenschuppen in Prenzlau könnte als Modellprojekt für ähnliche Initiativen in anderen Regionen Deutschlands dienen und zeigt, wie innovative Begegnungsformate zur sozialen Teilhabe beitragen können.



