Cathy Hummels und Katharina Schulze enthüllen Stalker-Traumata und Alltagskämpfe als berufstätige Mütter
Hummels und Schulze: Stalker-Erfahrungen und Familien-Konflikte

Emotionaler Austausch in München: Hummels und Schulze teilen private Einblicke

Beim gemeinsamen Stammtisch im Alten Simpl in München haben Moderatorin Cathy Hummels und die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, überraschend persönliche und ehrliche Einblicke in ihr Leben gegeben. Vor rund 100 Gästen sprachen die beiden Frauen nicht nur über Politik, sondern vor allem über ihre Erfahrungen mit Stalking, Hass im Netz und den täglichen Herausforderungen als berufstätige Mütter.

Stalker-Erfahrungen schockieren die Öffentlichkeit

Besonders emotional wurde es, als Cathy Hummels über ihre eigenen Stalking-Erlebnisse berichtete. "Ich hatte einen Stalker. Dieser Mann heißt Andreas, stand bei mir im Garten und wollte mich heiraten. Der war alkoholisiert und verwirrt. Was ist passiert? Nichts! Weil er ja 'nichts gemacht' hätte", so die 38-Jährige. Doch damit nicht genug: Ein anderer Mann kontaktierte sie per Post und erpresste sie mit privaten Instagram-Nachrichten. "Ich wurde psychisch vergewaltigt. Ich habe Drohbriefe bekommen mit ausgedruckten Screenshots meiner privaten Instagram-Nachrichten. Man wollte mich erpressen", gestand Hummels und forderte eine Ausweis- und Klarnamenpflicht im Internet.

Katharina Schulze spricht erstmals über eigenen Stalker

Was viele nicht wussten: Auch Katharina Schulze hatte einen Stalker. Erstmals sprach die 40-jährige Politikerin öffentlich darüber. "Anfangs dachte ich, ich müsse all das als Politikerin aushalten, aber mittlerweile zeige ich konsequent an. Es muss aufhören, dass man sexistischen Sche**, Beleidigungen und Vergewaltigungsandrohungen verschickt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum", betonte Schulze. Sie setzt sich politisch dafür ein, dass Täter schneller ermittelt werden, hat aber Bedenken bei einer Klarnamenpflicht und fordert stattdessen mehr Verantwortung von Tech-Konzernen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Herausforderungen als berufstätige Mütter

Neben den Stalking-Erfahrungen thematisierten beide Frauen auch den Alltag als Mütter. Katharina Schulze erzählte von der ungleichen Verteilung der Care-Arbeit in ihrer Familie. Unter der Woche ist sie mit ihren beiden Söhnen (4 und 1) allein in München, während ihr Ehemann Danyal Bayaz, grüner Finanzminister in Baden-Württemberg, erst zum Wochenende dazu stößt. "Ich übernehme viel mehr Care-Arbeit. Das sage ich ihm schon auch und das weiß er. Mir gelingen all diese Rollen nur mit Hilfe und Unterstützung", so Schulze.

Cathy Hummels berichtete von ihrer Zeit als alleinerziehende Mutter während der Karriere ihres Ex-Mannes Mats Hummels. "Ich war eigentlich siebeneinhalb Jahre alleinerziehend. Mats' Beruf ging immer vor. Das stand auch ehrlich gesagt nie zur Diskussion. Natürlich hätte ich mir mehr Unterstützung gewünscht – gerade dann, wenn ich berufliche Verpflichtungen hatte und Ludwig krank wurde", sagte die Moderatorin. Mittlerweile leben die geschiedenen Hummels das 50/50-Erziehungsmodell, was für Cathy eine schwierige, aber notwendige Anpassung war.

Gemeinsame Botschaft: Frau-Sein ist politisch

Trotz ihrer unterschiedlichen Berufe – die eine Moderatorin, die andere Spitzenpolitikerin – betonten beide Frauen ihre gemeinsamen Erfahrungen. "Frau-Sein im Jahr 2026 ist auf jeden Fall politisch", meinte Schulze. Hummels ergänzte: "Ich werde oft aufs Frau-Sein reduziert. Das ist in der Politik ähnlich. Wir sind beide Mütter, maximal berufstätig, werden täglich bewertet, beleidigt und leben in einer Welt mit digitaler sowie sexueller Gewalt". Der Stammtisch, der eigentlich als lockerer Austausch geplant war, entwickelte sich so zu einem emotionalen und aufschlussreichen Gespräch über die Realitäten erfolgreicher Frauen in der Öffentlichkeit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration