Kindersterblichkeit: Millionen Todesfälle wären vermeidbar - Fortschritte verlangsamen sich
Kindersterblichkeit: Millionen Todesfälle wären vermeidbar

Kindersterblichkeit: Millionen Todesfälle wären vermeidbar - Fortschritte verlangsamen sich

Im weltweiten Kampf gegen die Kindersterblichkeit wurden in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Erfolge erzielt, doch in jüngster Zeit hat sich der Fortschritt deutlich verlangsamt. Laut aktuellen Schätzungen der Vereinten Nationen sterben pro Minute etwa neun Kinder unter fünf Jahren, was im Jahr 2024 auf weltweit geschätzte 4,9 Millionen Todesfälle in dieser Altersgruppe hinausläuft. Die meisten dieser tragischen Verluste wären durch kostengünstige Maßnahmen und verbesserten Zugang zu Gesundheitsversorgung vermeidbar, wie ein neuer Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und anderer UN-Organisationen betont.

Fortschritte seit 2000, aber Verlangsamung seit 2015

Die Zahl der Todesfälle vor dem fünften Geburtstag ist seit dem Jahr 2000 weltweit um mehr als die Hälfte gesunken, was einen bedeutenden Meilenstein im Kampf für das Überleben von Kindern darstellt. Allerdings haben sich die Fortschritte seit 2015 stark abgebremst, was Experten mit wachsender Sorge beobachten. UNICEF-Chefin Catherine Russell erklärte dazu: „Kein Kind sollte an Krankheiten sterben, die wir verhindern können.“ Sie wies darauf hin, dass weltweit Budgets gekürzt werden, was die Bemühungen zur Reduzierung der Kindersterblichkeit zusätzlich erschwert.

Globale Ungleichheit in der Kindersterblichkeit

Die Verteilung der Kindersterblichkeit ist global äußerst ungleich, was den unterschiedlichen Zugang zu medizinischer Versorgung widerspiegelt. Besonders betroffen sind:

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  • Afrikanische Länder südlich der Sahara: Hier werden 58 Prozent aller Todesfälle unter fünf Jahren verzeichnet, wobei Infektionskrankheiten eine zentrale Rolle spielen.
  • Südasien: In dieser Region werden etwa 25 Prozent aller Fälle registriert, wobei viele Säuglinge kurz nach der Geburt sterben.
  • Europa und Nordamerika: Zusammen kommen sie auf nur 1,1 Prozent der Todesfälle, was die deutlichen Disparitäten unterstreicht.

In Kriegs- und Krisengebieten ist das Risiko für Neugeborene, Babys und Kleinkinder besonders hoch. Laut dem Bericht ist die Sterbewahrscheinlichkeit in diesen Ländern fast dreimal so hoch wie in anderen Regionen, was die dringende Notwendigkeit humanitärer Hilfe und stabiler Gesundheitsinfrastrukturen hervorhebt.

Todesursachen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Die UN-Organisationen haben auch Daten für die Altersgruppe von 5 bis 24 Jahren erhoben. Im Jahr 2024 starben geschätzt 2,1 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in diesem Alter. Während im Kindesalter Infektionskrankheiten und Verletzungen die häufigsten Todesursachen sind, verschiebt sich das Bild bei Jugendlichen:

  1. Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren: Sie kommen am häufigsten durch suizidales Verhalten ums Leben, was auf psychische Gesundheitsprobleme und soziale Faktoren hinweist.
  2. Jungen in diesem Alter: Sie sterben am häufigsten durch Verkehrsunfälle, was die Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr unterstreicht.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass der Kampf gegen die Kindersterblichkeit nicht nur auf die jüngsten Altersgruppen beschränkt ist, sondern auch Jugendliche und junge Erwachsene umfasst, die durch gezielte Interventionen geschützt werden können.

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