Landesweiter Kita-Streik in NRW: Verdi erhöht den Druck vor Verhandlungen
Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag, den 24. März 2026, zu einem umfassenden Streik in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Dieser Ausstand wird massive Auswirkungen auf die Kinderbetreuung im bevölkerungsreichsten Bundesland haben.
Betroffene Einrichtungen und Elterninformation
Insgesamt sind 840 Kindertagesstätten und 519 offene Ganztagsschulen (OGS) der Awo von dem Arbeitskampf betroffen. Viele dieser Einrichtungen werden am Streiktag entweder komplett schließen oder nur eingeschränkten Betrieb mit zusammengelegten Gruppen anbieten können.
Das Familienministerium NRW rät betroffenen Familien dringend, sich umgehend mit ihrer jeweiligen Kita in Verbindung zu setzen. Die Träger informieren über mögliche Notgruppen, die für Kinder eingerichtet werden, deren Eltern zwingend auf Betreuung angewiesen sind. Alternativ können sich Eltern auch an das örtliche Jugendamt wenden, um alternative Betreuungsmöglichkeiten zu erfragen.
Forderungen der Gewerkschaft und Arbeitgeberreaktion
Hintergrund des Streiks sind die Forderungen von Verdi in den laufenden Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft verlangt:
- 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Mitarbeiter
- 300 Euro brutto mehr für Auszubildende
- Drei zusätzliche freie Tage für Verdi-Mitglieder bei der Awo NRW
Die Arbeitgeberseite hat diese Forderungen als völlig überzogen kritisiert und darauf hingewiesen, dass sie im Durchschnitt einer Lohnsteigerung von etwa 13 Prozent entsprechen würden. In der dritten Verhandlungsrunde legten die Arbeitgeber zwar ein Angebot vor, doch kam es zu keiner Einigung. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 30. und 31. März 2026 geplant.
Kundgebungen und rechtliche Grundlagen
Während des Streiktages sind Kundgebungen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten geplant, darunter Köln, Bochum und Herford. Das Schulministerium NRW hat klargestellt, dass für die Beschäftigten der Träger von außerunterrichtlichen Angeboten wie der OGS die jeweiligen Träger vor Ort verantwortlich sind. In vielen Betreuungsverträgen finden sich bereits Regelungen für unvorhergesehene Ausfälle, die Notbetreuungen ermöglichen.
Empfehlungen für betroffene Familien
Für Eltern, deren Kinder die Ganztagsbetreuung besuchen, gilt die Empfehlung, die aktuellen Informationen der jeweiligen OGS genau zu verfolgen. Da der Streik kurzfristig angekündigt wurde, sollten Familien möglichst rasch handeln, um alternative Betreuungsarrangements zu organisieren. Die Situation stellt besonders berufstätige Eltern vor große Herausforderungen, die kurzfristig ihre Arbeitszeiten anpassen müssen.



